Lieber Leser,

hier ist die kostenlose XXL Leseprobe zu meinem Roman “Strip her naked”. Er ist am 23. Oktober 2017 bei Amazon erschienen.

Was erwartet dich?

Dies ist ein humoristischer Liebesroman mit expliziten erotischen Szenen.

Emily und Ethan treffen sich in einer Phase, in denen beide mit ihren Lebensumständen zu kämpfen haben. Emily hat Geldsorgen und muss ihren Kleinen durchbringen. Ethan hat zwar viel Geld, dafür hat er jedoch einen schlimmen Unfall hinter sich, der ihn psychisch wie physisch an seine Grenzen bringt. Zur Aufmunterung engagiert sein Freund Sean die Stripperin Poppy, Emilys Freundin, von der Emily den Auftrag übernimmt.

So treffen also beide aufeinander. Doch der Striptease von Emily läuft alles andere als gut ab und Ethan ist nicht gerade angetan, von der völlig überschminkten und nuttig aussehenden Emily. Die Beiden geraten einander, zoffen sich und Emily haut ab.

Doch nach einem Streit zieht es sie wieder zu Ethan zurück. Sie kann sich nicht erklären, was er an sich hat, aber sie fühlt sich bei ihm geborgen und kann den Druck, der auf ihr lastet für kurze Zeit vergessen.

Auch Ethan ist von der kleinen taffen Frau angetan. Er denkt jedoch, als sie wieder vor seiner Tür steht, dass es ihr nur ums Geld geht – daher bietet er ihr jede Menge davon– für Sex!

Der Leser begleitet die Protagonisten durch eine schwere Zeit hindurch und erlebt mit ihnen, wie zwischen zwei völlig Fremden Interesse, Anziehungskraft und schließlich Vertrauen entstehen kann. Zwei völlig unabhängige, fest im Leben stehende Menschen lernen Hilfe anzunehmen und finden dabei ….

 

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Strip her naked

Sophia Rose

 

Kapitel 1

Emily

Was machte ich hier nur? Seit sicherlich 10 Minuten saß ich in dem Auto meiner Freundin und versuchte sie zu sein. Aufgeschlossen und sexy.

Den sexy Schmollmund mit Augenaufschlag übte ich, seit sie mich weinend angerufen hatte und mir schluchzend erzählt hatte, dass sie krank sei und ihren Auftrag nicht ausführen könne. Ich dachte eigentlich, sie wollte nur ihren Frust über die Situation loswerden, doch dann bot sie mir an ihn zu übernehmen.

Ich wusste, dass ich nicht so wirkte wie sie und die Verführernummer länger als eine Stunde vor dem Spiegel üben sollte, doch letztlich wusste sie natürlich auch, was ihr blühte, wenn sie den Auftrag nicht erfüllen würde. Unser Chef Nino war alles andere als einfühlsam und hätte ihr danach sicherlich keine so gut bezahlten Jobs mehr zukommen lassen. Und sie wusste, wie dringend ich das Geld brauchte, seit meine Ersparnisse für meinen Kleinen draufgingen.

Also saß ich jetzt in ihrer roten Schrottlaube und übte noch einmal den sexy Augenaufschlag. Wegen der falsch angeklebten Wimpern pappte mein Augenlid allerdings an der Haut fest, sodass ich eher wie ein Botoxopfer aussah, anstatt einer sexy Verführerin.

Ach scheiß drauf. Beim Strippen sah der mir sicherlich nicht in die Augen.

Ich stieg aus und versuchte so elegant wie möglich in den Mörder High Heels zu dem großen Tor zu gelangen. Es war zwar erst 20 Uhr an einem Freitag, aber diese Straße war wie ausgestorben. Das lag vielleicht auch daran, dass das Grundstück vor mir so groß war, dass hier quasi nur ein Haus stand. In der Dunkelheit konnte ich gar nicht das Ende der hohen Mauer erkennen. Nur gegenüber war von Weitem noch eine Villa hinter einem Tor mit Stahlgittern zu erkennen.

Gut, dass ich aus Downtown – einer schlechten Gegend kam – und mich verteidigen konnte, ansonsten würde ich jetzt wahrscheinlich sofort die Flucht antreten. Ich klingelte neben dem Tor und es fiel mir auf, dass kein Namensschild angebracht war. Bevor ich darüber nachdenken konnte, hörte ich eine hohe Männerstimme aus der Lautsprecheranlage.

„Hey, bist du Poppy?“ Ich wollte gerade einwenden, dass ich mir niemals so einen bescheuerten Namen geben würde, brachte dann aber doch hastig ein „Ja“ heraus und das Tor schwang auf.

„Na dann hopp hopp!“

Nur die breite Auffahrt war beleuchtet. Ich fuhr ein Stück weit bis ich vor mir eine riesige Villa sah. Sie schien relativ neu gebaut und hatte eine große Glasfront im zweiten Stockwerk. Dahinter sah man einen riesigen Deckenleuchter. Allein die Scheibe kostete wahrscheinlich so viel, wie der Block, in dem ich wohnte.

Ich konnte mich nicht richtig auf das Haus konzentrieren und ging schnell mit zittrigen Beinen zur Tür, die leicht angelehnt war. Sollte ich jetzt einfach reingehen? Noch einmal klingeln kam mir auch bescheuert vor. Also zog ich die Tür auf und stand in einer wunderschönen Eingangshalle mit dunklem Holzfußboden und einer imposant hohen Decke. Links von mir führte eine Holztreppe in die erste Etage und geradeaus konnte ich durch Glasscheiben den Wohnbereich erkennen. Rechts von mir war ein moderner Brunnen in den Boden eingelassen, dessen Geplätscher gleich beruhigend auf mich wirkte. Obwohl die Villa edel war, wirkte alles herzlich einladend hier.

„Hallo?“

Keine Antwort. Okay nur Mut Emily, auf gings. Ein Abend und ich hatte schon genug Geld für das Essen diesen Monat. Ich zog die Tür zu und ging geradeaus.

„Hallo? Entschuldigen Sie, ich bin jetzt einfach mal reingegangen.“, versuchte ich so laut wie möglich mitzuteilen.

„Was zum …?“, hörte ich von rechts eine tiefe Stimme und schaute den Gang hinunter.

Etwa 3 Meter von mir entfernt stand ein großer dunkelhaariger Mann. Er war breit gebaut und schien etwas älter als ich zu sein. Ich schätzte ihn auf Mitte 30. Mir fielen sofort seine Narben im Gesicht auf. Eine ging über seine linke Augenbraue, die andere begann bei seinem Kiefer und zeichnete ihn abwärts bis zum Kragen seines Hemdes. Wie weit sie wohl herunterreichte?

Ich konnte sie nur bis zu seinem dunklen Shirt verfolgen, dass sich über seine Muskeln spannte. Er war nicht übertrieben mit Muskeln bepackt, aber man sah, dass er sich fit hielt.

Er schaute mich zunächst verwundert, dann mehr als abschätzig an. Seine dunklen Augen fixierten meinen Körper von oben bis unten und blieben schließlich bei meinen Beinen hängen. Diese waren zugegebenermaßen auch mehr als spärlich in diesem Kleid bedeckt.

Mir wurde mulmig. Er hatte etwas Bedrohliches an sich, so wie er mich ansah und nichts sagte.

Was hatte er denn erwartet, als er Poppy buchte? Sie war eine Stripperin mit eventuellen Nebendiensten aus dem Ghetto. Da erschien sicherlich nicht ein Grace-Kelly-Verschnitt. Okay, cool bleiben und Initiative zeigen. Wenn er ein schlechtes Feedback geben würde, hatte Poppy ein Problem.

„Hallo, entschuldige, dass ich einfach reingekommen bin. Ich bin … Poppy. Ich bin hier wegen des Striptease. Ich hoffe, ich habe dich nicht erschreckt.“

Ich kam ihm etwas näher und versuchte meine verkrampften Fäuste zu lösen, die ich immer automatisch machte, wenn ich mich unwohl fühlte. Endlich löste er seinen Blick von meinen Beinen und schaute mir in die Augen. Meine Güte, hatte der einen Blick drauf. Böse und verdammt sexy. Ich schwankte auf den Mörder High Heels etwas zurück.

Was dachte ich da für einen Mist? Ich musste cool und abgeklärt herüberkommen. Sein Mund verzog sich zu einem hämischen Grinsen, das ihn noch heißer aussehen ließ. Seit wann stand ich auf Arschlöcher?

Ich hatte doch einen wunderbaren Freund. Einen Freund der mich liebte und das seit 4 Jahren. Der in der schwersten Zeit an meiner Seite war. Oh nein, wieso überkam mich gerade jetzt das schlechte Gewissen? Ausschalten sofort. Es war nur ein Striptease für Geld und dann würde ich abhauen und ihn nie wiedersehen.

Ich versuchte mich wieder zu konzentrieren, während er mich belustigt anschaute. Sah er etwa wie meine Gedanken rasten?

„Okay Poppy, dann wollen wir mal sehen was du draufhast.“, sagte er plötzlich in einem scharfen Ton und deutete mir an durch eine Glastür in das Wohnzimmer zu gehen.

Ich nickte und versuchte so cool und sexy wie möglich zu gehen. Als ich nahe an ihm vorbeilief, roch ich sein Aftershave. Es war herb und männlich und es stellten sich sofort meine Härchen an meinen Armen auf. Das kam aber vielleicht auch von dem Temperaturunterschied im Wohnzimmer, redete ich mir ein und versuchte mich zu orientieren.

Die Wand war rustikal mit Backsteinen gestaltet worden und rechts befand sich ein riesiger Kamin. Von außen hatte ich gedacht die Villa sei moderner, doch hier war alles sehr schlicht gehalten mit einer hellen Couch und vielen Holzmöbeln. Wirklich alles wirkte gemütlich.

Er kam hinter mich und legte seine Hand an meinen unteren Rücken. Die Stelle, die er berührte, kribbelte sofort und dieses Mal hatte ich keine Erklärung. Wie lange war es schon her, dass mich ein Mann berührt hatte?

Er deutete mir an zum Kamin zu gehen und setzte sich dann vor mich auf einen Sessel, nachdem er sich einen Whiskey eingeschenkt hatte. So hatte ich mir den Tanz irgendwie nicht vorgestellt. Eher so an der Stange mit etwas mehr Abstand zwischen uns. Immer noch sagte er nichts und schaute mich nun interessiert an. In dem Licht des Kamins konnte ich ihn besser erkennen.

Er sah wirklich gut aus, das musste ich ihm trotz seiner kaltschnäuzigen Art lassen. Seine dunklen Haare luden dazu ein, die Finger darin festzuklammern und mein Kopfkino sprang auf Autopilot.

Ausschalten sofort. Ich war die erfahrene Poppy. Ich musste ihn heiß machen. Wünsche von den Augen ablesen und so weiter. Mir wurde schon wieder ganz mulmig. Ich versuchte den sexy Schmollmund zu machen, was nicht ganz so ankam wie gedacht, denn er schmunzelte nur amüsiert. Vollidiot.

„Was wünscht du dir von mir? Möchtest du vielleicht Musik anmachen und ich tanze für dich?“, fragte ich so abgeklärt wie möglich und versuchte meine verkrampften Hände zu lösen, die langsam weh taten.

„Ja, leg schon los.“, kam es stumpf zurück und er lehnte sich zurück.

Dann wohl keine Musik. Sollte ich das Kleid sofort ausziehen? Poppy war der festen Überzeugung, wenn die Typen erst einmal Brüste sahen, interessierten sie sich nicht für die Choreo. Dementsprechend viel hielt sie auch von meinem Job als Choreografin.

Scheiße, der Typ brachte mich aus der Fassung, ich musste mich jetzt zusammenreißen und auch ohne Musik eine gute Show abliefern.

Ich spulte im Kopf meinen Lieblingssong „Pour Some Sugar On Me“ ab und bewegte mich im Takt. Doch bevor ich mich richtig in den Song einfinden konnte, unterbrach er mich.

„Ich denke, das wird nichts mit uns. Du kannst jetzt gehen.“

Was? Perplex starrte ich ihn an und verstand nicht.

„Das ist nichts für mich.“, antwortete er unterkühlt und machte eine abwertende Bewegung mit den Händen.

Das saß.

„Ich habe noch gar nicht angefangen zu tanzen!“, platzte es aus mir heraus und ich funkelte ihn böse an.

„Ich denke nicht, dass das noch besser wird.“

Cool bleiben. Mach die Poppy.

„Was denkst du dir eigentlich, du arrogantes Arschloch? Setzt dich hier in deine Bonzenvilla wie Krösus und lässt mich vor dir herhampeln ohne Musik, um dich dann zu beschweren, dass es dir nicht gefällt?“

Cool bleiben hat nicht so geklappt.

„Ein guter Striptease lebt nicht nur davon, dass eine Person sich wie ein Stück Fleisch präsentiert. Das ist eine Verbindung zwischen zwei Menschen. Aktion, Reaktion, so kommt es zu einem erotischen Zusammenspiel zwischen zwei Menschen. Es geht um die Auslösung erotischer Reize bei dem Anderen, die Fantasien nach sich ziehen, bis man sich ineinander verliert.“, verteidigte ich mich und stemmte die Hände in die Hüfte.

Okay, die Standpauken, die ich meinen Mädels beim Training gab, hatten sich auch bei mir verinnerlicht.

Er schaute mich ziemlich perplex an und man sah, wie er nachdachte. Wahrscheinlich musste er mich erst wieder aus der Stripperin-Schublade ziehen, um mir antworten zu können.

„Ich wollte dich nicht verletzen.“, antwortete er ruhig und schaute mir tief in die Augen.

In nett gefiel er mir gleich viel besser.

„Lass es uns noch einmal versuchen und entferne bitte vorher die Schminke aus deinem Gesicht.“

Bloß nicht. Zuhause trug ich zwar kaum Make-Up, aber hier war es mir doch lieber gewesen. Wie eine Maske, die man aufsetzen konnte, um jemand anderes zu sein. Jemand verführerisches. Die sexy selbstbewusste Stripperin.

„Und das Kleid kannst du dann auch ausziehen.“

Schlagartig wurde ich rot im Gesicht und schaute beschämt zu Boden. Ich hatte mir es viel einfacher vorgestellt, den Job von Poppy zu übernehmen. Mir war doch vollkommen bewusst gewesen, was auf mich zukam. Trotzdem war es etwas anderes, es einfach durchzuziehen und vor ihm meinen Körper zu entblößen.

„Das ist mein Arbeitsoutfit, das gehört zum Komplettpaket dazu.“, versuchte ich so überzeugt wie möglich herauszubringen.

Was Blöderes konnte mir auch nicht einfallen.

„Okay. Also ist es nicht Teil eines Striptease, also des besonderen erotischen Zusammenspiels zweier Menschen, dass sich mindestens einer entkleidet?“, fragte er belustigt und zog meine Worte damit ins Lächerliche.

Natürlich hatte er Recht. Ich schaute betont auf den Boden, um seinen Blick nicht zu sehen und öffnete das Kleid an der Seite. Der leichte Stoff fiel sofort zu Boden und nun stand ich nur noch in einem Spitzen-BH mit passendem Höschen vor ihm.

„Du kannst ruhig die Schuhe ausziehen. Die sehen sehr unbequem aus.“, sagte er etwas weicher und ich traute mich endlich wieder ihm in die Augen zu schauen.

Sein Blick war interessierter, sodass ich mich etwas beruhigte und schnell die Schuhe auszog. Trotzdem klopfte mein Herz unaufhörlich stark und ich versuchte mich auf die Wärme des Kamins zu konzentrieren, die ich jetzt an meinem nackten Po spürte.

Er stand auf und wieder roch ich sein Aftershave und mir wurde schlagartig noch heißer. Gut, dass ich das Make-Up drauf behalten hatte, so konnte er vielleicht nicht ganz so genau erkennen, wie ich auf ihn reagierte. Er betrachtete mich eingehend und umrundete mich dann. Augenblicklich spannte ich mich wieder an, weil ich ihn hinter mir nicht sehen konnte. Nicht einschätzen konnte, was er bei meinem Anblick dachte. Obwohl er mir eigentlich auch so ein Rätsel war.

„Du hast wirklich einen sehr schönen Körper.“, bemerkte er mit gedämpfter Stimme und ich erstarrte. Er trat von hinten näher heran, sodass wir uns fast berührten. Ich spürte seinen Atem auf meinen Nacken. Wie es wohl wäre, wenn er mich jetzt dort küssen würde? Mist. Wollte ich das hier wirklich? Ich war doch nur für einen einmaligen Striptease gekommen, um meiner Freundin zu helfen. Um meine Miete zu bezahlen, da Matthew mal wieder nichts verdient hatte diesen Monat. Mir durfte das hier doch nicht gefallen?

Er legte seine Hände um meine Fäuste, sodass ich den Atem anhielt. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich sie wieder so hart zusammengepresst hatte. Seine Hände waren warm und wirkten beruhigend. Er streichelte mit seinem Daumen über die Haut meines Handrückens und meine Fäuste lösten sich allmählich. Es war schön,

wieder berührt zu werden. So sanft, nicht fordernd.

Er streichelte langsam meine Arme hoch zu meinem Nacken. Dort legte er meine Haare zur Seite, beugte sich langsam vor, sodass ich seinen Atem immer näher spürte, bis er mich sanft am Hals küsste. Mich durchfuhr ein wohliger Schauer und ich schloss die Augen.

„Wie ist dein richtiger Name?“, fragte er rau hinter mir und wirkte dabei ehrlich interessiert.

„Emily.“

„Ich bin Ethan.“ Schöner Name. „Darf ich dich streicheln?“

„Ähm, … ich …“

Scheiße, was sollte ich da antworten? Ja klar, ich find dich super heiß? So lief der Job doch sonst nicht ab, oder? Sonst würden sich ja alle darum reißen. Na gut, die meisten Klienten waren auch nicht so heiß wie er, sondern älter und verzweifelter.

„Tut mir leid, muss ich dafür draufzahlen? Mein Freund hat dich für mich gebucht als Überraschung. Er hat dich am Tor auch reingelassen. Ich weiß nicht, wofür er gezahlt hat und was er mit dir besprochen hat, bevor er gegangen ist.“, gestand er zaghaft.

Was? Es war nie die Rede von Sex gewesen? Ich löste mich schlagartig von ihm und drehte mich um.

„Ich bin keine Prostituierte!“, keifte ich ihn an.

Er zog die Augenbrauen hoch und verstand anscheinend nur Bahnhof. War ich jetzt total bescheuert? Meine Freundin Poppy bot das bei manchen Kunden sehr wohl auch an. Mist, ich musste irgendwie erklären, dass ich das nicht wollte. Warum ich das nicht wollte? Mist, er brachte mich durcheinander, er machte mich an und das war nicht gut.

Mein Gehirn ratterte, die Lösungen durch, doch es erschien nur das Notausgangschild.

„Ich glaube, die Zeit ist um. Ich fahre. Finde selbst raus.“, japste ich ihm entgegen, während ich das Kleid vom Boden klaubte und so schnell wie möglich verschwand. Das letzte was ich von ihm sah, war sein verdutztes Gesicht. In Unterwäsche rannte ich zum Auto und war mehr als dankbar, dass das Tor noch offen war, als ich die Einfahrt verließ. Okay, das lief nicht so gut.

 

Ethan

 

„Sean, was hast du mir da herbestellt?“, donnerte ich ins Telefon und ging in meinem Büro auf und ab. Sie ist abgerauscht, als hätte sie Angst vor mir, als wäre ich ein Monster.“

„Wie sie ist schon weg? Ich habe für einen ordentlichen Tanz bezahlt, der sollte schon länger als eine Viertelstunde gehen.“, antwortete er ohne auf meine Frage einzugehen.

„Was sollte das? Wenn ich eine Frau haben will, besorge ich mir selbst eine“, zischte ich ins Handy und schwenkte das Whiskeyglas in meiner Hand. Ich durfte wegen der Medikamente zwar nichts trinken, aber zumindest daran riechen konnte ich. Wie armselig ich geworden war.

„Man, du vereinsamst da drüben. Da dachte ich mir, ich besorg dir ein wenig Ablenkung. Sie wurde mir wärmstens empfohlen und soll auch gerne mal weitergehen.“

Er lachte anzüglich und war sich keiner Schuld bewusst. Dass er nichts anbrennen ließ, war mir auch schon vorher klar gewesen.

„Du weißt, dass das nicht mein Ding ist. Billige Frauen mit dieser übertriebenen Schminke im Gesicht und dem Nuttenfummel.“

„Man ich habe da reinschreiben lassen, dass du so etwas nicht magst. Die kleine Asiatin am Telefon hat mich wahrscheinlich falsch verstanden. Sorry, aber du hättest sie ja auch einfach ausziehen können.“, zog er mich auf und grinste. Ja, ich sah durch das Telefon sein fettes Grinsen. Er fand das alles total witzig.

„Man sie war total verklemmt und wusste gar nicht, was zu tun ist. Du hast dich übers Ohr hauen lassen.“

„Wie bitte? Man dann haben sie ne Falsche geschickt. Ich wollte Poppy. Poppy, die gern poppt. Damit wir schauen können, ob dein Kleiner noch funktioniert nach dem Unfall.“

„Das ist überhaupt nicht witzig.“, zischte ich nun verärgert.

Seit dem Unfall hatte ich zwar noch eine Morgenlatte, aber keine Erektion, wenn ich es wollte. Die Ärzte hatten mir erklärt, dass so etwas passieren konnte. Körperlich hatten sie nichts gefunden, aber die Psyche musste auch mitspielen. Diese Diagnose war wohl nicht einmal ein Zehntel des Honorars wert, das ich für die Spezialisten gezahlt hatte.

„Man wenn das die Falsche war, dann ruf ich da an und will zum Ausgleich 10 andere Mädels haben. Und keine Sorge, ich schicke sie zu mir und …“

Ich hörte ihm nicht mehr zu.

„Sie hat sich mit Poppy vorgestellt und ihr echter Name ist Emily.“

Keine Ahnung, warum ich ihm das jetzt erzählte.

„Ihr echter Name? Man in dem Business gibt es keine echten Namen.“

„Meinst du sie hat mich angelogen?“

„Ich meine, sie ist keine Professionelle, wenn das ihr richtiger Name ist. Denn den nennt keine, die weiß wie es läuft. Hast du ihr denn das Geld gegeben?“

„Was? Du hattest sie noch nicht bezahlt?“

„Ne, man ich hab die Anzahlung vergessen, also dachte ich erst sie kommt nicht. Als es dann geklingelt hat und sie doch herkam, wollte ich euch nicht stören, also habe ich den Umschlag mit Geld auf die Kommode gelegt. Inklusive extra Geld für …“

„Jaja… verstanden.“, unterbrach ich ihn wirsch.

Meine Güte, ich hatte sie sogar um ihr Geld gebracht.

„Irgendwie muss ich ihr das Geld zukommen lassen.“, murmelte ich vor mich her.

„Und Sean, mach so etwas nie wieder! Ich möchte keine Fremden in meinem Haus, das weißt du.“

„Sie wird schon kommen und es sich holen, da mach dir mal keine Sorgen. Diese Weiber riechen Geld. Ich gebe eine schlechte Bewertung für sie ab, dann wird sie nie wieder jemanden …“

„Nein, nein. Hör auf. Halt dich da bitte ganz raus. Ich regele das.“

Auch wenn ihr Auftritt etwas eigenartig war, wollte ich doch nicht, dass sie Probleme bekam. Sie war schon süß gewesen, als sie so rot anlief. Als wäre es ihr peinlich sich vor mir auszuziehen. Als würde sie es nicht jeden Tag für irgendwelche Schmierlappen machen. Nichts daran war berechnend sexy oder professionell. Nicht so wie der Sexy-Möchtegern-Blick über den ich immer noch schmunzeln musste.

„Bist du noch dran? Alles gut, soll ich vorbeikommen?“, unterbrach mich Sean bei meinen Gedanken.

Seit dem Unfall nervte er mich mit seiner überfürsorglichen Art. Ich brauchte niemanden, der mich umsorgte. Ich wollte einfach nur Ruhe vor all den falschen Leuten.

Ich war zwar immer noch Haupteigentümer des Unternehmens, das ich mit Sean erbaut hatte, aber ich war seit einem halben Jahr nicht mehr da gewesen. Seit dem Unfall war einfach alles anders. Ich wollte nicht mehr zurück.

Obwohl mir die Arbeit fehlte. Die Verhandlungen, die Machtspielchen, mein Schreibtisch mit der Schwarznuss Maserung, der so lange mein Zuhause gewesen war. So lange hatte ich an meinem Erfolg gearbeitet, wollte immer mehr von dem Ruhm und dem Geld. Ich würde niemals sagen, dass mir das Geld nicht so wichtig war, wie es meine Kollegen in den Interviews herunterbeteten, um humaner zu wirken. Wenn man nichts hatte, dann wusste man, dass daran nichts romantisch war.

Ich sollte herausfinden lassen, wer die Kleine war und ihr das Geld zukommen lassen. Ihre Kleidung wirkte mehr als billig, sodass sie es sicherlich brauchen würde. Daher wählte ich Ansgars Nummer.

-Leseprobe “Strip her naked”-

Kapitel 2

Emily

Nach 10 Minuten hielt ich an der Straße und zog mir mein Kleid über. Meine Gedanken schwirrten in meinem Kopf umher und mein verräterischer Unterleib pochte. Was hatte ich mir dabei nur gedacht? Und wieso reagierte mein Körper so auf ihn?

Ich musste Poppy anrufen und Bescheid geben, dass ich es versaut hatte. Sie nahm nach dem zweiten Freizeichen ab und klang noch genauso krank wie heute Nachmittag. Bevor sie mich fragen konnte, wie es gelaufen war, erzählte ich die Geschehnisse der letzten Stunde. Nicht ohne ein Detail auszulassen, denn als beste Freundin musste sie von allem wissen. Danach blieb es ruhig, bis sie sich vor Lachen nicht mehr einkriegen konnte.

„Schatz, mach dich doch nicht verrückt. Ich habe einen super Ruf, dieser eine Kunde wird daran doch nichts ändern. Es war zu viel verlangt. Das ist eben nicht dein Metier. Du machst die besten Choreos der Stadt, Nino wird es dir nachsehen, wenn er ein schlechtes Feedback bekommt. Der Typ scheint es dir ja ganz schön angetan zu haben. Mach dir nichts draus.“

Wie immer stand sie zu mir und versuchte mich zu beruhigen. Tatsächlich schaffte sie es wieder einmal, obwohl mir langsam die Tränen in die Augen stiegen.

„Ich hab Matthew betrogen.“, flüsterte ich ins Telefon, als könnte mich hier irgendjemand in der Einöde belauschen.

„Quatsch. Matthew gibt dir nicht das, was du brauchst. Und er weiß das. Und du weißt das. Und er weiß, dass du es dir irgendwann holst, wenn er es dir nicht gibt. Also weiß er davon. Und wenn er davon weiß und nichts sagt, dann akzeptiert er es. Und dann ist es auch kein betrügen.“

Poppy bestach mal wieder mit ihrer ganz eigenen Logik. Eine eher männliche verquerte Logik. Dass sie nichts von festen Beziehungen hielt, war wohl mehr als klar.

„Poppy, ich habe Matthew gesagt, ich komme damit klar. Und jetzt baue ich diese Scheiße.“

„Bullshit. Er hat 2 Jahre oder so gewartet, bis du an ihn gebunden warst und dann hat er es dir gesagt. Was solltest du denn dann machen. Da warst du ja schon in ihn verliebt. Solltest du Schluss machen, weil er meint einen auf Jonas-Brothers machen zu müssen? Das wäre gemein gewesen.“

Sie bekam einen Hustenanfall und brauchte ein bisschen, bis sie wieder sprechen konnte.

„Aber du hast es versucht Süße. Und du brauchst eben körperliche Nähe. So wie sie jeder andere Erwachsene braucht, der keine Angst vor seinem eigenen Schwanz hat.“

Sie war seit sie wusste, dass Matthew mit dem Sex warten wollte, der festen Überzeugung, dass er Angst vor seinem eigenen Penis hatte. Früher hatte ich gescherzt, dass er wahrscheinlich sehr groß war, aber nach einem ungeplanten nackten Zusammentreffen auf dem Flur, hatte sich das erledigt.

„Ich muss es ihm sagen. Wir waren immer ehrlich zueinander. Das ist unser Ding.“

Ich versuche mich wieder zu beruhigen und meine Gedanken zu ordnen.

„Ehrlichkeit ist kein Beziehungsding. Ehrlichkeit ist eine propagierte Tugend, die gerade im Trend ist wie Heilwasser. Kostet beides viel und bringt nichts. Was glauben die, wo das Wasser herkommt.“, schnaufte sie.

So zynisch wurde sie immer, wenn sie krank war. Dabei wusste ich, dass wir immer ehrlich zueinander gewesen waren und nur deshalb unsere Freundschaft durch jede Krise gehalten hatte. Aber auf eine Wasserdiskussion hatte ich nun wirklich keine Lust.

„Ich ruf ihn an. Danke.“

„Okay, Süße. Mach dir keinen Kopf!“

Ich lächelte. Keine Ahnung, wie sie es immer schaffte mich aufzumuntern.

„Ich hab dich lieb.“, hustete sie ins Telefon.

„Ich dich auch.“

Ich legte auf und wählte Matthews Nummer. Er nahm mal wieder nicht ab, da er nichts von Handys hielt und es deshalb nie bei sich hatte. Wieso er überhaupt eins hatte, fragte ich mich jedes Mal.

Ich blieb einfach im Auto sitzen und starrte in die Dunkelheit. Ich hatte Angst nach Hause zu fahren und es ihm persönlich zu sagen. Angst davor, die Enttäuschung in seinen Augen zu sehen. Angst davor, dass er mich verlassen würde und ich wieder ganz alleine war. Dann könnte sich auch niemand mehr zwischen meinen Schichten um Noah kümmern.

Scheiße, wie egoistisch ich war. Ich nutzte ihn als Babysitter aus. Wann war ich so geworden? Früher hatte mich nichts und niemand interessiert. Ich hatte einfach mein Ding gemacht. Aber jetzt wurde ich abhängig. Immer abhängiger. Und ich hasste es.

Plötzlich holte mich das Klingeln meines Handy aus meinen Gedanken.

„Hey Hase, was geht ab?“, trällerte Matthew ins Telefon.

Seine gute Laune war für mich manchmal unerträglich. Vor allem jetzt da ich so ein schlechtes Gewissen hatte. Augen zu und durch.

„Matthew, ich muss dir was beichten.“, stürzte ich mit der Tür ins Haus.

„Ich habe gerade einen Job für Poppy übernommen. Ich sollte für ihn tanzen. Er fand es scheiße. Dann wollte er, glaube ich Sex. Ich bin weg.“, ratterte ich runter und hielt dann die Luft an, um auf seine Reaktion zu warten. Es kam erst einmal nichts, sodass ich schon dachte, er hätte aufgelegt.

Schließlich atmete er tief durch.

„Es tut mir leid, dass ich dich in diese Situation gebracht habe.“, seufzte er leise und ich hatte das Gefühl der Kloß in meinem Hals würde mir die Luft abschnüren.

„Wenn ich nicht studieren würde, könnte ich mehr arbeiten und du müsstest nicht alleine die Kosten stemmen.“

Oh nein, jetzt gab er sich auch noch selbst die Schuld. Die Tränen fingen an zu laufen, mein schlechtes Gewissen erdrückte mich. Ich hatte ihn nicht verdient. Ich hatte nicht verdient, dass er mich so liebte und unterstützte. Ich war eine beschissene egoistische Freundin, die ihren Freund ausnutzte und dann losrannte, um Geld mit einem Striptease zu verdienen.

„Ich mache dir keine Vorwürfe Hase. Ich halte dir den Rücken frei, wenn du weitere Aufträge entgegennimmst. Ich kümmere mich um Noah. Und in einem Jahr bin ich dann auch fertig. Dann kann ich uns finanzieren.“

Ich schluckte schwer. Hatte ich mich verhört? Wollte der mich verarschen? Ich hatte so Angst davor gehabt, dass er mich verstoßen würde, dass ich als letztes damit gerechnet hatte, dass er mich losschicken würde, wie ein beschissener Freier. Das konnte doch nicht sein Ernst sein.

Der Tränenkloß in meinem Hals wich der Wut.

„Und was ist, wenn ich mit dem Typen geschlafen hätte? Ist das alles in Ordnung?“, zischte ich ins Telefon und versuchte nicht zu schreien.

„Hey ruhig! Du bist freiwillig zu so einem gefahren. Ich zwinge dich zu nichts.“, verteidigte er sich sofort.

Scheiße, ich bekam Beklemmungen im Auto. Ich stampfte raus und versuchte die frische Luft wirken zu lassen. Durchatmen, ruhig bleiben, nicht ausrasten.

Ich stand vor einer Einfahrt zu einer herrschaftlichen alten Villa, die beleuchtet war, als würde darin gefeiert werden. Am Eingang zur Auffahrt waren zwei Steinsockel, auf denen hässliche Babyfiguren mit Engelsflügeln thronten, die spöttisch zu mir herunterschauten. Wer stellte sich so etwas freiwillig an die Auffahrt?

Der kalte Wind wehte um meine nackten Beine und langsam konnte ich meine nackten Füße nicht mehr in den High Heels spüren.

„Hase? Bald ist alles geschafft. Bald bin ich fertig mit dem Studium.“, sagte er im Versuch versöhnlicher zu wirken. Das sagte er mir allerdings auch schon seit wir zusammen waren. Also 4 Jahre. Wenn er sich abends nicht nur Dokus reinziehen würde, könnte er auch an Tagen arbeiten, an denen ich zuhause war. Oder verlangte ich zu viel von ihm? Auch für ihn war die Situation mit Noah belastend.

„Okay, wir schaffen das.“, versicherte ich mir mehr als ihm und versuchte meine Wut zu bändigen.

„Wie viel verdienst du denn bei so einem Job?“, fragte er zaghaft nach einer Weile.

„Heute, 200 Dollar für einen Tanz von einer Stunde.“, versuchte ich nicht zu patzig zu antworten und dabei durchzurechnen, wie oft ich strippen gehen müsste, um alle Kosten zu decken. Die Ersparnisse reichten noch 2 Monate, danach hätte ich mir sowieso etwas anderes einfallen lassen müssen. Aber eigentlich hatte ich auch gehofft, Matthew bot von selbst an, arbeiten zu gehen.

Eigentlich musste Noah auch so schnell wie möglich wieder in ein Pflegeheim, in dem sie besser auf ihn eingehen könnten. Ich wusste, Matthew gab sich Mühe, aber er war kein Pfleger, der richtig mit ihm umgehen konnte. Ich musste es für ihn irgendwie schaffen. Ich würde es schaffen.

„Dann machst du das einfach für ein paar Monate und dann bin ich fertig. Wenn du mit ihm etwas zärtlicher bist, legt er doch sicherlich was drauf? Ich habe gerade in einer Dokumentation gesehen, dass hässliche Männer allein wegen ihres schlechten Gewissens mehr zahlen. Also, weil sie so abstoßend sind.“

Zärtlicher sein? Meinte er Sex? Mir brannte die Sicherung durch und damit verpufften auch all meine guten Vorsätze.

„Scheiße, hast du das gerade echt gesagt? Anstatt dir deine dämlichen Dokus reinzuziehen, könntest du auch einfach mal arbeiten gehen! 4 Tage die Woche hängst du nur in unserer Wohnung rum und kratzt dir am Sack herum. Wieso sagst du es nicht deutlich? Ich soll ihn ficken für Geld.“, schrie ich ins Handy und trat dabei gegen eine der Steinsockel, als wäre er schuld an Matthews Wandlung zum Mafiosofreier.

Die kleinen Krüppelengel lachten mich aus, während ich fast wieder in Tränen ausbrach, dieses Mal, weil der Tritt so weh tat.

Ich hatte mich wirklich nicht mehr unter Kontrolle. Ich war immer cool und beherrscht gewesen und jetzt ein Wrack. Aber wie sollte ich auch nicht, bei der Sorge um Noah. Wenn ich das nicht auf die Reihe bekam, nahmen sie ihn mir weg. Dann saß er alleine bei seiner Pflegefamilie oder einem versifften Heim, wo ihn keiner verstand und keiner Zeit hatte richtig auf ihn einzugehen.

„Ich erkenne dich nicht wieder. Beruhige dich erst einmal und dann sprechen wir uns wieder.“, entgegnete Matthew diplomatisch, als würden wir über das Abendessen diskutieren.

Ich musste mich beruhigen, da hatte er Recht. Diplomatisch sein und keine irre Furie. Damit kamen wir nicht weiter.

„Er ist übrigens extrem heiß und ich werde es genießen mit ihm all die versauten Sachen zu machen, die du nicht machen willst!“

Das mit der Diplomatie war schwerer als gedacht.

„Tut mir leid.“, seufzte ich leise ins Handy und schaute dann auf mein Handy.

Aufgelegt.

Mir stiegen wieder die Tränen in die Augen, die der ganzen Welt zeigten, dass ich eine Versagerin war.

Ich brauchte mehr Geld für Noah und ich musste einen zusätzlichen neuen Job finden. Aber was war mit der Arbeit im Krankenhaus und den Choreoarbeiten im Club vereinbar? Strippen war ja ganz eindeutig nicht meine Stärke. Das hatte ich mit meinem hysterischen Abgang gerade bewiesen.

Der Engel mit Harfe hatte auch keine Antwort darauf. Er grinste mich nur weiter höhnisch an. Das Grinsen sollte ihm vergehen. Kurzerhand schmiss ich ihm mein Handy in sein überhebliches Gesicht. Dabei brach die Nase ab und mein Handy knallte auf den Asphalt.

Scheiße, war ich denn total bescheuert? Schnell hob ich es auf und wie durch ein Wunder befand sich auf dem Display nur ein kleiner Riss. Fuck, der hässliche Engel konnte nun auch nichts für meine Situation. War ich total irre hier zu randalieren? Ich konnte es mir nicht einmal leisten diesen Rasen platt zu treten.

In der Villa wurde es derweil heller und jemand schaute aus der Haustür heraus. Schnell rannte ich zum Auto und machte mich aus dem Staub. Das erste Mal war ich über die Dunkelheit und Einsamkeit hier in der Gegend dankbar. Bloß schnell weg.

Ohne zu wissen warum, stand ich wieder vor seinem Tor. Ob Ethan wohl schon schlief? Ich war sicherlich eine Stunde durch die Straßen gefahren, bis ich wie automatisch hier wieder ankam. Was er wohl gerade machte? Vielleicht hatte er sich eine Andere gebucht? Der Gedanke ließ mich unruhig werden. Man war ich armselig geworden. Ich hatte ihn gerade einmal 15 Minuten kennen gelernt, bei denen er an meinem Nacken geschnüffelt hatte und machte mir jetzt solche Gedanken? Ich musste es echt nötig haben.

Aber der Gedanke, dort drin am Kamin zu sitzen ließ mich nicht los und schien verlockender als nach Hause zu fahren. Oder zu Poppys WG, die immer laut und dreckig war. Mehr Orte fielen mir nicht ein, zu denen ich gehen konnte und vor allem wollte.

Ich klingelte.

Ach das ist doch total bescheuert, was wollte ich hier? Ich drehte mich gerade wieder zum Auto um, als sich das Tor öffnete. Wie programmiert, stieg ich wieder ein und fuhr die Auffahrt herunter. Die Tür war wieder angelehnt und dieses Mal ging ich direkt durch.

„Komm nach links in die Küche.“, hörte ich seine tiefe Stimme von weiter weg.

Ich lief den Gang links hinunter, an dem Wohnzimmer vorbei und kam in einer riesigen Küche an, die mit einem kühlen Steinboden versehen war und helles Mobiliar hatte. Sie passte perfekt zu dem Rest des Hauses. Sie wirkte einladend gemütlich und ich fühlte mich direkt wohl.

Er stand hinter einer Kücheninsel und kippte gerade etwas in die Spüle.

„Du bist sicher da, um dein Geld abzuholen.“, sagt er zu mir mit dem Rücken gewandt und spülte mit Wasser nach.

„Ähm … entschuldige … ich …“, stammelte ich herum und kam nicht drauf, was er von mir wollte. Ich war auch etwas zu abgelenkt, von seinen breiten Schultern und seiner großen Statur. Wie groß er wohl war?

„Das Geld wurde nicht überwiesen, daher bekommst du noch den ganzen Betrag.“, erklärte er, während er sich umdrehte und mich musterte.

Ich schaute nur begriffsstutzig zu ihm hoch.

„Du bist nicht Poppy, oder?“, fragte er mich plötzlich mit einem schiefen Grinsen. Augenblicklich wurde ich rot und starrte zu Boden. Sollte ich die Wahrheit sagen oder lügen? Im Lügen war ich noch nie besonders gut, aber sonst würde ich Poppy verraten. Vielleicht war es aber auch besser, wenn er wusste, was passiert war, bei der Performance, die ich hier hingelegt hatte. So würde sie vielleicht keine schlechte Bewertung bekommen.

„Nein, ich bin ihre Freundin. Sie ist krank und wir wollten den Auftrag trotzdem bedienen.“, gab ich daher kleinlaut zu.

Ich fühlte, dass er mich weiterhin musterte und hörte ihn näherkommen.

„Also bist du keine professionelle Stripperin mit Zusatzleistungen?“

„Doch klar.“, antwortete ich schnell und nickte dabei wie ein Wackeldackel. Das unterstrich meine schlechte Lüge noch offensichtlicher. Hör auf mit dem Kopfgewackel!

„Und dein Name ist Emily?“, bohrte er weiter nach.

„Jep, das ist mein richtiger Name.“

Ich war erleichtert mal die Wahrheit zu sagen, während ich mich wieder traute ihm in die dunklen Augen zu gucken. Er schaute mich mehr als amüsiert an.

„Wie lange arbeitest du schon in dem Business?“

„Schon seit Jahren.“, antwortete ich zu hastig mit einer Wegwerfbewegung. Cool bleiben, Emily.

„Und wie viele Kunden hattest du in der Zeit schon?“, fragte er schmunzelnd und legte seinen Kopf dabei schief. Wenn er so schaute, sah er wirklich süß aus. Nicht so bedrohlich wie zuvor. Seine Haare waren etwas verwuschelt, was ihn jünger wirken ließ. Wie alt er wohl wirklich war? Älter als 35 war er doch wohl nicht. Obwohl er leichte Fältchen um die Augen hatte und müde wirkte.

„Zählst du gerade?“, fragte er belustigt nach und lächelte. Er war wirklich süß, wenn er lächelte. Es bildete sich dann ein leichtes Grübchen an seiner linken Seite, an der er die Narben hatte.

Oh, er hatte mich etwas gefragt.

„Öhm, jede Menge.“, antwortete ich schnell und hoffte, das Thema war damit vom Tisch.

Seine Miene wurde dunkler, während er mich weiterhin fixierte und dann an mir vorbei in den Flur ging. Dort holte er einen Umschlag aus einer Schublade des Sideboards und reichte ihn mir. Etwas perplex nahm ich ihn an und starrte einfach nur drauf.

„Willst du nicht nachzählen, ob alles da ist?“, fragte er mich wieder schmunzelnd und hob seine Augenbraue.

„Ja, klar.“

Hektisch schaute ich in den Umschlag und war kurz schockiert über die Summe. Darin lagen 2000 Dollar.

„Das ist viel zu viel, es waren nur 200 Dollar ausgemacht.“ Etwas beschämt nahm ich mir das Geld heraus und reichte ihm den Umschlag zurück.

„Behalte den Rest.“, sagte er ruhig und macht keine Anstalten den Umschlag zurückzunehmen.

„Danke, aber ich brauche keine Almosen.“, rutschte es mir zickiger als gewollt heraus.

„Aber vielleicht kannst du es für ein neues Handy gebrauchen?“

Er deutete auf mein Handy, das ich die ganze Zeit in der Hand gehabt hatte und im Licht der Flurbeleuchtung deutlich schlechter aussah, als zunächst gedacht. Bei dem Gedanken daran, warum ich es so wütend weggepfeffert hatte, wurden meine Augen wieder feucht.

Hatte Matthew es wirklich so gemeint? Vielleicht hatten wir aneinander vorbeigeredet? Er wollte doch nicht wirklich, dass ich mit einem anderen ins Bett ging. Oder? Der Gedanke später mit ihm darüber reden zu müssen, machte es nur noch schlimmer. Wenn das seine Einstellung war, ließ sich an unserer Beziehung nichts mehr schönreden. Es lief schon seit Monaten schlecht, aber das war ein neues Level. Ich hatte gehofft, es lag nur daran, dass jetzt Noah mein Mittelpunkt war.

„Entschuldige meine Unhöflichkeit. Möchtest du vielleicht etwas trinken?“, unterbrach er zum Glück meine Gedanken, bevor ich anfing zu heulen.

„Gerne.“, wisperte ich, bevor ich darüber nachgedacht hatte.

Aber eigentlich war sowieso alles besser als nach Hause zu fahren. Er ging vor mir ins Wohnzimmer und ich setzte mich etwas unbeholfen auf die Couch, in die man sofort einsank.

„Etwas Alkoholisches oder lieber Wasser oder Saft?“

„Ein Wasser bitte, ich trinke nicht.“

„Nie?“, fragte er überrascht nach und goss mir Wasser ein.

„Nein, ich gehe nicht oft feiern und halte nichts von Alkohol zuhause.“

Er sagte nichts daraufhin und so entstand eine Pause, in der er das Wasserglas füllte und mir reichte. Dabei fiel mir auf, dass er ausschließlich die rechte Hand benutzte, obwohl dies umständlicher war. Woher die Narben und die Verletzungen wohl kamen?

Ach, das ging mich nichts an. Eigentlich sollte ich hier nicht herumsitzen. Aber wieso fuhr ich dann nicht sofort nach Hause, um das Missverständnis aufzuklären? Ich sollte doch schnellstmöglich mit Matthew reden.

Mein Körper blieb einfach nur sitzen und ich starrte in das Feuer, das leise knisterte. Erst jetzt merkte ich, dass mir all meine Muskeln weh taten und mir mehr als kalt gewesen war. Dieser Nuttenfummel war nicht für einen Januar in Atlanta gemacht, ganz abgesehen von diesen furchtbaren Schuhen.

Ich schlüpfte unauffällig aus ihnen heraus und genoss die Wärme. So ein Kaminfeuer war doch noch viel angenehmer, als sich an die Heizung in unserer kleinen Stube zu setzen. Und mit der Backsteinmauer wirkte das Wohnzimmer wirklich idyllisch. Das kam sicherlich auch von der Ruhe hier draußen. In der Stadt hatte man immer irgendwelche nervigen Geräusche um sich herum. Bei uns zuhause vor allem von der Glotze, die Matthew so wichtig war.

Doch hier herrschte Stille. Langsam konnte ich mich entspannen.

Als mein Blick wieder zu Ethan fiel, schaute auch dieser schweigend in das Feuer. Ohne ihn zu kennen oder ihn gefragt zu haben, wusste ich, dass es okay war, wenn wir hier miteinander schwiegen.

Doch dann klingelte sein Handy.

„Entschuldige, ich bin gleich wieder da.“, sagte er kurz an mich gewandt und begrüßte den anderen mit: „Ansgar?“, während er den Raum verließ. Ich blieb zurück und wusste nicht so recht, was ich nun machen sollte. Also blieb ich einfach sitzen und starrte weiterhin ins Feuer.

Dieser Tag war wirklich der emotionale Höhepunkt meines letzten beschissenen Jahres. Es wurde immer anstrengender und mich verließen langsam meine Kräfte. Dabei war ich eigentlich kein Typ, der schnell emotional wurde oder aufgab. Das konnte ich mir auch nicht leisten in meinem Leben. Dort musste ich wohl oder übel stark sein. Vielleicht war es normal, dass einem irgendwann die Puste ausging. Wie bei einem Marathon. Irgendwann konnte man seinen Körper nicht weitertreiben. Doch ich würde nicht aufhören, bis das mit Noah ausgestanden war. Das war ich ihm schuldig.

 

Ethan

 

„Hey, ich konnte schon so einiges über sie rausfinden. Sie arbeitet als Choreografin für Nino im „Flying Down“. Der Club befindet sich Downtown, ist ne üble Gegend. Sie arbeitet bei ihm seit fast 8 Jahren. War vorher an der Bar. Viele kennen sie in dem Club. Dort habe ich auch die Informantin gefunden. Die Infos muss ich natürlich noch prüfen.“, setzte er schnell nach.

Ich wusste wie pingelig er arbeitete und dass er nicht gerne übereilt Informationen herausgab. Deswegen schätzte ich seine Arbeit. Hier musste es jedoch schnell gehen, was sich jetzt auch bezahlt machte.

„Sie ist ausgebildete Krankenschwester im „North-Krankenhaus“ und seit Jahren vergeben.“ Verdammt.

„Soweit ich das rausfinden konnte, ist sie in keiner Gang oder sonst wie in kriminelle Machenschaften verwickelt, wobei Ninos Clubs natürlich nicht sauber sind.“

Das es in einem Stripclub Downtown nicht legal zuging, brauchte er mir nicht zu erklären. Schließlich war ich in der Gegend aufgewachsen.

„Sie arbeitet aber – zumindest im „Eyes“ – nicht als Stripperin, sagte die Kleine. Mehr kann ich erst einmal nicht sagen, die Kleine war etwas auf Drogen und hat nur noch rumgefaselt. Irgendeine Eifersuchtstour oder so.“

„Danke das reicht erst einmal.“

Ich legte auf und starrte nach unten zu ihr hinab. Durch die Glaswand vom oberen Flur hatte ich eine perfekte Sicht auf sie.

Sie saß einfach nur da und schaute ins Feuer. Sie hatte so traurig gewirkt, als sie auf das Handy geschaut hatte. Ich konnte sie nicht, ohne das Geld gehen lassen. Man sah deutlich an ihrer Schminke, dass sie geweint hatte und ich machte mir Gedanken, dass ich daran schuld war. Wirklich nett war ich nicht zu ihr gewesen. Aber das war auch nicht meine Art bei Frauen.

Was hatte sie nur geritten den Job ihrer Freundin anzunehmen? Sie war eindeutig nicht der Typ, der Männern sexy den Kopf verdrehte und sich schamlos zur Schau stellte. Aber wieso war sie dann Choreografin für Striptease? Das passte doch alles nicht zusammen. Machte sie mir etwas vor? Obwohl sie das nicht konnte. Sie war eine furchtbare Lügnerin, man sah es ihr sofort an. Nein, sie konnte mich nicht veraschen.

Sie war hübsch, jetzt wo sie die Schminke fast abgeschmiert hatte. Tolle grünblauen Augen, dunkelbraunes Haar, eine süße Stupsnase und volle Lippen, die ich zu gerne spüren würde. Ich konnte sie mir gut, um meinen Schwanz herum vorstellen.

Auch wenn sie es nicht zugeben würde, hatten ihr meine Berührungen doch gefallen. Ihre Gänsehaut und die steifen Nippel waren doch ein deutliches Zeichen, dass sie nicht abgeneigt war. Vielleicht bildete ich mir das aber auch nur ein, weil es das war, was ich mir wünschte. Dass ein derart hübsches Wesen mich wollte, war absurd. Ich war ein Krüppel. Gezeichnet von dem Unfall. Entstellt. Außerdem war sie dann Hals über Kopf abgehauen. Das war wohl kein gutes Zeichen. Egal wie man es drehte.

Vielleicht hätte ich das mit der Bezahlung auch einfach besser verpacken sollen. Wie sagte Sean noch? Sie riechen das Geld. Aber sie hatte es nicht angenommen, obwohl ich es ihr angeboten hatte. Wie eine ausgefeilte Taktik sah das bei ihr nicht gerade aus. Sie hatte mich nicht verarscht. Dafür schätzte ich meine Menschenkenntnis zu gut ein.

Aber was wollte sie dann hier, wenn nicht Geld? Wieso war sie zurückgekommen? Sie wirkte eindeutig verloren. Vielleicht hatte sie kein Zuhause? Aber sie hatte zwei Jobs. Wofür sollte sie sonst das Geld ausgeben? Dass die Kleine überhaupt zwei Jobs ausführen musste, tat mir leid. Ich wusste von meinen Eltern welche Belastung dies mit sich brachte. Sie war eigentlich in einem Alter, in dem andere ihr Leben genossen.

Sie bewegte sich kein Stück vor dem Kamin und wirkte wie hypnotisiert. Ihr schlanker Körper bekam langsam wieder etwas Farbe, sodass sie nicht ganz so krank aussah. Kein Wunder, dass sie so gezittert hatte, so kalt wie es draußen war. Ich sollte ihr noch etwas Zeit geben, um sich aufzuwärmen.

Und ich sollte ihr einen umfassenden Deal vorschlagen. Wenn das Angebot hoch genug war, könnte sie wahrscheinlich nicht anders als zuzusagen. Bei mir hatte sie es auf jeden Fall besser als bei irgend so einem Schmierlappen. Ich würde ihr nicht weh tun und keine abartigen Dinge von ihr verlangen. Dazu konnte ich ihr noch genügend Geld bieten, sodass sie die anderen Jobs sausen lassen konnte.

Außerdem machte ich mir ja auch langsam Sorgen um meinen Schwanz im Ruhestand. Verdammt, ich wollte Gewissheit haben.

 

Emily

 

Mir war gar nicht aufgefallen, dass er wiedergekommen war, als er plötzlich neben dem Kamin stand. Er fixierte mich wieder mit diesem dunklen Blick, der bedrohlich wirkte, mich aber irgendwie erregte. Was hatte er nur an sich, dass ich bei ihm so anders reagierte? Seine Berührungen und seine Blicke genoss?

„Entschuldige, es war wichtig. Möchtest du noch etwas trinken oder essen?“

„Nein danke, alles wunderbar.“, antwortete ich schnell und zeigte ihm mein halbvolles Glas.

„Ich muss dann auch bald wieder los…“

„Ich möchte mit dir über einen Deal reden.“, unterbrach er mich.

„Ich will, dass du deine Wochenenden hier verbringst. Du bekommst ein monatlich festes Gehalt von mir, plus Zuschlag, falls Extraleistungen dazukommen sollten. Du bekommst ein eigenes Zimmer, Klamotten, Schmuck, egal was du brauchst. Ich habe einen Pool, eine wunderbare Haushaltshilfe, die fantastisch kocht, einen Trainingsraum, einen Wald gleich hinter dem Haus, eine Bibliothek oder auch ein Fernsehzimmer, wenn dir das lieber ist.“

Er macht eine künstliche Pause und taxierte mich weiter, als wäre ich seine Beute, die gleich losrennen könnte. Sein Körper war angespannt, obwohl er so lässig, mit den Händen in der Hose, vor mir stand. Und ich war einfach nur begriffsstutzig. Was wollte er dafür von mir?

Er setzte sich langsam neben mich und ich saugte instinktiv seinen herben Geruch auf, wobei mein Gehirn träge die Informationen verarbeitete. Ich spürte seine Körperwärme und mein Gehirn lief auf Sparschaltung. Wieso roch er so gut? Was war falsch mit mir?

„Dafür stehst du mir zur Verfügung, wann immer ich will.“, setzte er mit einem rauen Ton nach.

Ich schüttelte den Kopf.

All die Jahre hatte ich mich geweigert in Ninos Club zu strippen, bis ich Geldprobleme während der Ausbildung hatte und gleich bei meinem ersten Auftritt alles versaut hatte. Und nun sollte ich hier meinen Körper an einen Wildfremden verkaufen? Zugegebenermaßen ein ziemlich heißer Wildfremder, der mich etwas auf dem Konzept brachte, aber deswegen könnte ich mich doch nicht verkaufen? Allerdings sahen im Club auch viel mehr Leute meinen Körper. Wobei ich in dem Pornolicht zwischen all den hübschen Frauen wahrscheinlich gar nicht auffiel. Hier würde nur er mich sehen. Nur er würde mich berühren. Ich wäre für ihn sein Mittelpunkt.

„Ich würde dir 8.000 Dollar pro Monat anbieten.“, sagte er dann und ich erstarrte.

Scheiße, so viel Geld? In meinem Kopf ratterte es. Ich könnte Noah davon ein modernes Pflegeheim ermöglichen, mit professionellen Pflegern. Mit einer Therapie, die seinen Körper stärken würde und ihn psychisch unterstützte. Vielleicht wäre er mal für eine kurze Zeit so glücklich, wie er es verdient hatte. Das war ich ihm schuldig.

„Okay.“, flüsterte ich, bevor ich begriffen hatte, was das bedeutete.

„Das freut mich.“, antwortete er mit tiefer Stimme und beugte sich etwas zu mir.

Ging es gleich los? Scheiße ich war gar nicht vorbereitet. Hatte ich mich richtig rasiert?

„Wir werden alle Einzelheiten in einem Vertrag festsetzen. Mir ist bewusst, dass dieser keine rechtliche Geltung hat, aber ich möchte, dass alle Grenzen feststehen.“, fuhr er dann in einem geschäftsmäßigen Ton fort.

„Ich möchte, dass du dich untersuchen lässt, denn ohne die Sicherheit, dass du gesund bist, werde ich nicht mit dir schlafen. Ich werde mich natürlich auch testen lassen. Der Vertrag legt fest, welche sexuellen Dienste für dich in Frage kommen. Er kann natürlich jederzeit geändert werden und du kannst jederzeit gehen. Das Monatsgehalt steht dir ab dem Ersten des Monats zu.“

Wie er das so erklärte, konnte man meinen, er sei ein Bankangestellter und schwatze mir gerade ein Konto auf. Nur, dass die mich immer so schnell wie möglich loswerden wollten und mir leider keine 8000 $ boten.

„Okay.“

Das einzige Wort was ich noch herausbringen konnte, während mein Verstand noch nicht wiedereingesetzt hatte. Ich starrte ihm auf den Mund und wartete auf irgendeine Initiative von ihm.

„Außerdem möchte ich ein Exklusivrecht. Ich will nicht, dass du nebenbei mit jemand anderem schläfst oder sonstige sexuelle Kontakte austauscht.“

Sein Tonfall war streng und mein Gesicht verzog sich automatisch. Matthew würde wohl nicht plötzlich über mich herfallen. Das war das kleinste Problem. Er schien auf eine Antwort zu warten.

„Okay.“

„Ich möchte auch nicht, dass du für jemand anderen strippst.“, setzte er scharf nach.

„Okay.“, murmelte ich. Choreos vorzutanzen war ja kein strippen.

Er schien nicht überzeugt zu sein und stand auf.

„Du solltest zu Hause darüber in Ruhe nachdenken. Du kannst dich melden, wenn du bereit bist und dann gehen wir den Vertrag gemeinsam durch.“

„Okay.“

Ich stellte mein Glas ab und folgte ihm zur Tür.

„Und noch etwas …“, begann er bevor ich ging.

„Mir ist Ehrlichkeit sehr wichtig. Wenn du mich belügst, platzt unser Deal.“

Scheiße, was sollte ich dazu sagen? Würde er alles beenden, wenn er erfuhr, dass ich keine Professionelle war und nicht super viele Erfahrungen mit Männern hatte? Zählte das Masturbieren neben Matthew auch als sexueller Kontakt, wenn er im Schlaf sabbernd eine Hand auf meinen Bauch legte?

Ich durfte diesen Deal nicht platzen lassen. Das war meine Chance und die gab es nur ein Mal. Sag etwas Schlaues.

„Okay.“

Das war es nicht.

Er nickt und ich ging so schnell wie möglich zu dem Auto, bei dem Versuch nicht so zu wirken, als sei ich auf der Flucht.

Scheiße, nichts war okay!

 

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Kapitel 3

Emily

 

„Süße, mach dir nicht so einen Kopf. Du stehst auf ihn. Er steht auf dich. Er hat Geld. Du hast keines. Er braucht es nicht. Du schon. Also, nimm es dir. Er nimmt dich. Du genießt es.“

In Poppys Logik klang alles mal wieder ganz einfach.

„Was ist mit Matthew? Wie kann ich ihm noch ins Gesicht gucken, wenn ich von ihm wiederkomme?“, erwiderte ich, während ich ihre rote Schrottlaube Richtung Westen fuhr.

„Es war sein Vorschlag! Außerdem seien wir mal ehrlich. Er ist doch auch froh, wenn Noah gut behütet in ein Richtiges Heim kommt und er nicht mehr mit ihm die Abende verbringen muss. Nicht, dass er was Besseres zu tun hätte, aber naja…“

Seit ich ihr vor einer Woche von dem Deal erzählt hatte, war sie Feuer und Flamme dafür, während ich fast durchdrehte. Ich überlegte hin und her und versuchte eine Lösung für meine Geldsorgen zu finden, doch ich kam immer auf das gleiche Ergebnis. So viel Geld gab es nur mit diesem Deal. Eine Arbeitszeit, die ich mit meinen anderen 2 Jobs vereinbaren konnte, gab es nur mit diesem Deal. Ethan gab es nur mit diesem Deal.

Was dachte ich da? Ich musste mich auf das Wesentliche konzentrieren. Genug Geld verdienen, um Noah, Matthew und mich jeden Monat über die Runden zu bringen.

„Ja, ich weiß ja, dass ich ihm viel mit dem Kleinen zumute.“, seufzte ich.

Es tat mir leid, dass ich Matthew so mit einspannen musste. Er hatte es zwar angeboten, als Noah kam, aber ich glaubte, er hatte dieses Angebot nicht richtig durchdacht. Für ein Kind zu sorgen, war anstrengend. Für ein Kind zu sorgen, dass besondere Bedürfnisse hatte, war Kräfte zehrend. Unsere Wohnung war zu klein für ihn. Unsere Zeit war zu knapp. Mein Geld reichte hinten und vorne nicht.

Poppy bemerkte meine aufkommende Traurigkeit sofort und legte ihre Hand auf meinen Schenkel.

„Von dem Heim hast du doch schon von Anfang an geschwärmt. Es wird sicherlich wundervoll.“, versuchte sie mich aufzumuntern und mir meine Nervosität zu nehmen.

„Sie werden es nicht merken. Die wollen doch auch ihr Geld verdienen.“

Wir schwiegen und fuhren weiter die I-20 runter.

Das Heim hatte ich wirklich schon lange im Blick. Es war modern, gepflegt, mit qualifizierten Mitarbeitern, vielen Kursen für die Patienten und einen tollen Park hinten dran. Ich konnte mir gut vorstellen, dass Noah dort gerne am Malunterricht teilnahm oder mit einer der elektrischen Rollstühle im Park herumfuhr. Dazu die psychologische Hilfe und die Kurse, um seine kognitiven Fähigkeiten zu steigern. Ganz zu schweigen von den anderen Kindern, mit denen er dann endlich Kontakt haben könnte, ohne beschimpft zu werden, weil er anders war.

„Säuferkind“ war noch einer der nettesten Betitlungen bei uns in den Straßen, mal ganz davon abgesehen, dass er immer angeglotzt wurde. Die Leute verstanden nicht, wie sehr sie ihn auch mit ihren Blicken verletzten konnten. Bei dem Gedanken daran, wie er total verheult nach seinem ersten Spaziergang bei uns mit Matthew nach Hause gekommen war, schnürte sich mir der Hals zu. Wäre ich nur an dem Tag dabei gewesen. Matthew war nun wirklich kein geborener Verteidiger. Er wollte immerzu diskutieren, was bei den Menschen in unserer Gegend ein ungeeignetes Mittel war. Am liebsten würde ich diese Arschlöcher gleich zusammenschlagen.

Ich drückte meine Hände fester um das Lenkrad und starrte auf die Straße.

„Wie lief es eigentlich bei der neuen Frauenärztin Dr. Young?“, versuchte mich Poppy schnell abzulenken.

Es war eine große Überraschung gewesen, als ich nach dem Treffen mit Ethan, Post von ihm erhielt. Der Briefumschlag enthielt neben einem abgetippten Gruß, was von Poppy scharf kritisiert wurde, die Nachricht, dass ich einen Termin bei einer der bekanntesten Frauenärztinnen der Stadt wahrnehmen könnte, wenn ich mich für den Deal entscheiden würde. Sie nahm laut ihrer Internetseite nur ausgewählte Patienten an und auch ihre Praxis war dementsprechend edel gestaltet. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir zwar immer noch unsicher, aber ich ging trotzdem hin. Ich war sowieso nicht mit meinem Gynäkologen Dr. Phil zufrieden, da dieser mir grundsätzlich einen Chlamydientest anschwatzen wollte, weil er das mit meiner Abstinenz nicht verstand. Aber was sollte ich dazu sagen. Ich verstand Matthews Abscheu vor Sex auch nicht.

Ohne Ethans Initiative hätte ich wahrscheinlich auch lange auf einen Termin warten müssen. Poppy scherzte, nur der Drang nach Sex, könnte Berge versetzen. Ich hatte eher überlegt, ob er mir nicht vertraute und damit rechnete, dass ich einen bekannten Arzt bestechen würde für das richtige Ergebnis.

„Sie war wahnsinnig nett und die Praxis war super modern. Da kostet wahrscheinlich schon der Abstrich so viel wie ein Kleinwagen. Soweit war alles okay. Und als ich ihr von den Schmerzen erzählt habe, sagte sie, es sähe so aus als würde mein Jungfernhäutchen noch bestehen.“

„Was es alles gibt. Wuh, weißt du, was das bedeutet? Das heißt, du kannst ihm deine Jungfräulichkeit anbieten.“, grinste Poppy. „Da muss er aber mehr als 8.000 Dollar für zahlen.“

„Naja, ich stelle es der Ärztin in Rechnung, denn die hat es mit einem Schnitt durchtrennt.“, sagte ich und verzog das Gesicht bei dem Gedanken an das Skalpell.

„Und das ohne ein richtiges Date mit Essen und Kerzenschein. Die Frau geht ja ran.“, lachte sie los und ich musste grinsen.

Poppy erzählte immer so einen Quatsch und dafür liebte ich sie. Sie wusste, dass mich dieser Blödsinn kurz vor meiner Angst ablenken konnte. Hoffentlich merkte die Pflegeleitung nichts von meiner Lüge.

Nach 20 Minuten kamen wird dann endlich bei dem Pflegeheim an. Es war genauso schön wie im Internet präsentiert, abgesehen davon, dass der strahlend blaue Himmel fehlte. An der Rezeption wurden wir sofort weitergeschickt und schließlich von Isabella, der Stationsleiterin durch die Räume geführt. Sie erklärte uns das Konzept des Heimes ganz genau und ging auf alle unsere Fragen ein. Am Schluss saßen wir in ihrem Büro und sie zeigte uns den Aufnahmevertrag. Jetzt kam der schwierige Teil.

„So Miss Jenkins, können sie sich nach der Führung vorstellen, dass ihr Sohn hier einzieht?“, fragte sie freundlich und ich nickte.

Puh, sie hatte nichts gemerkt. Ich atmete tief durch, bevor ich antwortete.

„Es ist wirklich toll hier. Absolut.“

„Schön, wenn sie keine Fragen mehr haben, kommen wir zu unserem letzten Punkt und zwar der Finanzierung. Unsere Betreuung kostet sie neben den staatlichen Zuschüssen 87.000 Dollar pro Jahr, das wissen sie ja bereits. Wie möchten sie den Betrag zahlen? Sofort oder in Raten?“

„Monatlich.“, antwortete ich schnell.

„Dann können sie jetzt die erste Rate einzahlen und sind damit auf der Warteliste.“, sagte sie lächelnd.

„Und auf der Warteliste bin ich dann wo genau?“, fragte ich zögerlich.

Sie hatte immer davon gesprochen, dass Noah sofort einziehen könnte. Und wer konnte sich schon sonst diese Preise, ohne einen verruchten Deal leisten? Hoffentlich kam jetzt keine Antwort über 4 Monate.

„Warten sie, ich schaue nach.“

Sie tippte auf der Tastatur herum und ich hatte das Gefühl, sie brauchte extra lange, um mich zu quälen.

„Ja genau, Platz 34 wäre das, also in 16 Monaten.“

Scheiße. Das waren ja tolle Aussichten. Nicht nur, dass ich mich für die erste Rate verschulden müsste. Innerhalb dieses Zeitraumes könnte sie mir Noah auch wieder wegnehmen, wenn alles aufflog.

„Gibt es keine Möglichkeit diese Wartefrist irgendwie zu verkürzen?“, versuchte ich es mit einem unschuldigen Lächeln.

„Nein, es tut mir leid. Ich bedaure.“

Ihre Miene zeigte deutlich, dass das nicht stimmte. Sie schien stolz darauf, dass sie so ausgebucht waren.

Scheiß drauf, ich musste ihn trotzdem einschreiben.

„Okay, nehmen sie Kreditkarten an?“

– Leseprobe “Strip her naked” –

Kapitel 4

Emily

 

Freitagabend 20 Uhr, gleich würde es losgehen. Ich hatte ein rotes Sommerkleid an und Sandaletten mit Keilabsatz, die einzigen hohen Schuhe auf denen ich einigermaßen laufen konnte. Poppy hatte mir die Haare an den Seiten geflochten, ansonsten hatte ich sie offengelassen, weil sie meinte, Männer würden offene Haare lieben. Ich fand, ehrlich gesagt auch, dass ich damit ziemlich heiß aussah.

Poppy schwafelte neben mir von Kondomen mit Geschmack, während ich mich noch im Spiegel bewunderte. Ich hatte mich lange nicht mehr so schick gemacht. Als Krankenschwester in der Onkologiestation für Kinder war ich immer beim Arbeitsantritt noch im Schlafmodus und danach durchweg im Stress. Neben den süßen Kids auf meiner Station achtete auch nun wirklich niemand auf mein Make-up.

Für Matthew hatte ich mich früher öfter schick gemacht, aber irgendwann sagte er mir, ich wäre auch mit Jogginghose, die Einzige für ihn, sodass ich es schleifen ließ auf sexy Outfits zu achten. Naja, ich fand auch mit einer engen Jeans und einem T-Shirt konnte man sexy aussehen, aber Poppys Entsetzen nach dieser Aussage, ließ mich dann doch ein Kleid anziehen.

Auch jetzt versuchte sie mir noch einen Lippenstift anzudrehen, der spätestens nach einer Stunde aussehen würde, als wollte ich Batman töten. Zum Glück hatte ich sie etwas mit dem Kondomthema abgelenkt. Dass der Deal noch gar nicht feststand, war ihr egal. Oder stand er schon fest? Ich war zu dem Arzttermin gegangen und hatte danach wieder eine getippte Karte erhalten, dass ich Freitagabend kommen sollte. Aber da stand sonst weiter nichts. Die Testergebnisse waren doch sicherlich noch nicht da, oder?

„Süße, die Beine in dem Kleid machen alles klar.“, war alles was Poppy dazu zu sagen hatte. Also versuchte ich meine Zweifel zu verscheuchen und es einfach auf mich zukommen zu lassen. Was sollte ich auch sonst machen? Ich hatte keine Telefonnummer und einfach vorbei zu schauen, wäre eigenartig gewesen. Also, auf gings. Aber egal wie viel Mut ich mir zusprach, ich war wahnsinnig nervös.

„Poppy, jetzt halt mal die Klappe.“, unterbrach ich ihr Geschwafel über Noppenkondome.

„Wir werden sicherlich erst einmal über den Vertrag reden und was er sich so vorstellt. Ich glaube nicht, dass die Tests schon alle ausgewertet sind.“

„Na klar, so schnell wie er einen Termin bekommen hat, lässt sich auch so etwas mit Geld regeln. Denk lieber schon einmal drüber nach, für was du wirklich bereit bist. Und du weißt, ich häng an meinem Telefon die ganze Nacht und bekomme alles mit. Soweit er einen falschen Murks macht, bin ich da und kill ihn.“, sagte sie so ernst, dass ich ihr sofort glaubte.

Wir hatten abgemacht, dass ich sie anrief, wenn ich ankam und sie das Gespräch mit anhörte, falls irgendetwas schieflaufen sollte. Sie glaubte mir zwar, dass ich ihn ausgeknockt hätte, bevor sie in ihren Schuhen stecken würde, aber um später auf Notwehr zu plädieren, war der Mitschnitt doch immerhin von Nutzen.

„Okay, ich denke, ich bin so weit.“, sagte ich so fest entschlossen wie möglich eher zu mir selbst und ging mit ihr in das Wohnzimmer. Dort saß mein Kleiner mit Matthew vor dem Fernsehen – wie immer – und sie schauten sich gemeinsam eine Doku über Pferde an.

„Hey mein Kleiner.“, flüsterte ich zu Noah und beugte mich zu ihm herunter. Wie immer brauchte er eine gewisse Zeit, bis er reagierte und mich dann schließlich anlächelte.

„Ich bin für heute Abend oder vielleicht auch für das Wochenende weg. Erinnerst du dich?“

Er reagierte wieder eine Weile nicht, bis er mich traurig anschaute.

„Ja, Emily. Das weiß ich doch.“, antwortete er leise.

„Ich liebe dich mein Schatz. Ich bin so schnell wie möglich wieder da. Matthew wird sich unterdessen um dich kümmern.“

Er nickt und gab mir einen Kuss.

Matthew reagierte gar nicht auf meine Worte und starrte weiter auf den Fernseher. Ich hatte ihm von dem Angebot erzählt, er hatte gegrunzt und das waren auch schon all unsere Worte diese Woche gewesen, abgesehen von der Frage, ob ich Klopapier mitbringen könnte. Er bekam alles mit, was ich mit Poppy besprochen hatte und wusste folglich, wo ich heute hingehen würde. Doch er sagte nichts dazu. Ich wusste nicht, ob ich mir wünschen sollte, dass er etwas sagte. Letzten Endes brauchte ich das Geld, also änderte es doch nichts.

„Wir machen uns einen schönen Abend, nicht wahr Kleiner?“, sagte er zu Noah und klatschte ihm auf die Schenkel.

„Ich melde mich bei euch heute Abend. Wenn was ist, ruf bitte sofort an.“, bat ich Matthew, der wieder auf den Ingnoranzmodus gestellt hatte.

„Schlaf gut, Schatz.“, flüsterte ich Noah zu und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Doch Noah reagierte nicht mehr, denn er war mit der Doku zu sehr abgelenkt.

Ich drückte Poppy zum Abschied und machte mich dann auf den Weg. Als ich die Wohnungstür aufschloss, hoffte ich doch, dass Matthew eingreifen würde, mir wie in einem Liebesfilm seine Liebe gestand und mir versicherte, wir würden es schon ohne das Geld schaffen. Doch er regte sich nicht. Mein Leben als Film war trauriger als erhofft.

Nicht mehr ohne den anderen sein können, immer in Gedanken auch bei dem anderen. Das wurde propagiert durch Filme und Bücher, doch in der Realität, war mein Freund paralysiert vom Fernseher und nicht von mir. Manchmal könnte man meinen, er wäre derjenige mit der Behinderung, nicht Noah.

Wieder klingelte ich nervös und das Tor schwang sofort auf. Wieder fuhr ich die Einfahrt runter zur Villa und stand schließlich vor der offenen Tür. Nur dieses Mal war irgendwie alles anders.

„Komm doch bitte ins Wohnzimmer.“, hörte ich seine Stimme und war erleichtert, dass ich meine Füße gleich wieder vor dem Kamin auftauen konnte.

Im Wohnzimmer war es genauso gemütlich und warm wie ich es in Erinnerung hatte, sodass ich mich gleich merklich entspannte. Nur sein Blick rief wieder eine Gänsehaut hervor und ich wusste nicht so Recht, wie ich ihn begrüßen sollte.

„Hey.“, sagte ich daher etwas unbeholfen und hob die Hand, was bestimmt bescheuert aussah, sodass ich sie schnell wieder herunternahm.

„Schön, dass du gekommen bist.“, begrüßte er mich mit dieser tiefen sexy Stimme, die mir so gut in Erinnerung geblieben war.

„Setz dich doch bitte. Möchtest du etwas trinken oder essen?“, fragte er höflich.

„Nein, danke ich hab alles.“, antwortete ich schnell und versuchte mich so auf der Couch zu platzieren, dass ich ihm weder meinen Slip, den ich laut Poppy sowieso weglassen sollte, noch meine Oberschenkel – unschön zerquetscht – präsentierte. Das Ganze musste etwas befremdlich ausgesehen haben, denn er fing wieder an, so süß zu lächeln, während er mir ein Wasser eingoss. Dann setzte er sich zu mir auf die Couch und wandte sich mir zu.

„Emily. Ich freue mich wirklich, dass du gekommen bist. Du siehst wunderschön aus.“ Das ging runter wie Öl.

„Ich weiß, dass was wir hier machen, ist etwas unkonventionell. Aber wir sind beide erwachsen und können unsere eigenen Entscheidungen treffen. So lange wir beiden Spaß haben, ist es doch egal in welchem Rahmen wir uns treffen.“ Er hatte wieder diesen Geschäftston drauf, bei dem ich mich fühlte wie bei der Bank.

Langsam beugte er sich zu mir und nahm meine Hand in seine Rechte. Er strich mir mit dem Daumen über meine Faust, die ich wieder automatisch vor Nervosität und Anspannung gemacht hatte. Seine Hände waren warm und weich und jede Berührung sandte kleine Elektroschocks durch meinen Körper.

„Ist alles in Ordnung Emily?“

Ich roch wieder sein Aftershave, das mir so gut gefiel. Dieser herbe Geruch hatte etwas ganz Eigenes.

„Danke, alles wunderbar. Ich bin nur etwas nervös. Es tut mir leid.“, antwortete ich ehrlich und schaute ihm endlich wieder richtig in die Augen. Er taxierte mich immer noch und sah besorgt aus.

„Wir können das Ganze jederzeit abbrechen. Du kannst jederzeit gehen.“, versuchte er mich zu beruhigen.

Nein, eigentlich wollte ich wirklich nicht hier weg. Ich wollte zwar gerne wieder zu Noah zurück, aber auf den Rest konnte ich gerne verzichten. Inklusive Matthew, der sich wirklich nicht mehr gemeldet hatte seit meinem Abgang.

„Ich habe dir die erste Rate bereits auf dein Konto überwiesen. Wenn du jetzt gehst kannst du das Geld trotzdem komplett behalten.“, sagte er ruhig und strich mir weiter über meine Hand.

Das verwunderte mich jetzt schon. Woher wusste er meine Kontonummer? Und wieso bekam ich das Geld, bevor ich auch nur irgendetwas gemacht hatte? Ein besonders cleverer Geschäftsmann schien er ja nicht zu sein. Vielleicht war er nur ein reicher Erbe und konnte nicht mit Geld umgehen? Allerdings würde sich mein Konto freuen, das verhöhnende rote Zahlen schrieb, durch die Anzahlung fürs Heim.

Meine Verwunderung muss er mir wohl angesehen haben, denn er lächelte wieder und strich mir dann über die Wange. Seine Berührung war zurückhaltend und passte so gar nicht zu seinem dominanten Auftreten bei unserem letzten Treffen. Trotzdem konnte ich nicht leugnen, dass es mir gefiel. Ich stellte mir vor, wie er mich am ganzen Körper federleicht berühren würde, meinen Körper erkundete und mich küsste, als wäre ich sein kostbarster Besitz.

„Vielleicht zeige ich dir erst einmal das Haus, damit du einen ersten Eindruck gewinnen kannst. Schließlich würdest du hier zwei Tage deiner Woche verbringen.“, unterbrach er mich, leider. Gut so, meine Gedanken waren schon ab FSK 18.

Er hielt weiterhin meine Hand wie selbstverständlich und ging mit mir durch die Glastür nach draußen auf die Terrasse, von der man im Dunklen den riesigen Garten nur erahnen konnte. Dieser führte anscheinend direkt in einen Wald, wobei der Übergang fließend gestaltend wurde. Ein Stück entfernt vom Haus befand sich rechts eine riesige Poolanlage, die groß genug war, um darin richtige Bahnen für das Training zu schwimmen und einen integrierten Whirlpool, der in einem sanftem grünen Licht schimmerte.

Von der Terrasse aus konnte man zudem in die Bibliothek gelangen, die mich an Kindheitsträume von „Die Schöne und das Biest“ erinnerte und mit den dunklen Holzbücherregalen gut zu dem Rest des Hauses passte. Alles wirkte gemütlich, warm und einladend, obwohl die Villa an sich von außen modern aussah.

Dahinter befand sich sein Arbeitszimmer, in dem man zumindest etwas das Gefühl bekam, dass hier wirklich jemand lebte, weil hier und da Unterlagen herumlagen und eine benutzte Tasse auf dem dunklen Schreibtisch stand. Ich erinnerte mich noch an die Zeit bevor Noah kam und meine Wohnung auch derart sauber gewesen war. Damals hatte ich pingelig auf jeden Krümel geachtet. Doch mit einem Kind, das derartig viel Pflege brauchte, setzte man seine Standards schneller herunter als gedacht.

Zudem gab es noch ein Fernsehzimmer, das eher einem Kinosaal glich, einen Fitnessraum mit allem was das Herz begehrte und den Keller, den er mir zum Glück ersparte. Auch wenn da unten wahrscheinlich alles so sauber war wie hier oben, brauchte ich den Nervenkitzel auf eine Spinne zu treffen wirklich nicht. Ich war so schon nervös genug an seiner Hand.

Im Obergeschoss befanden sich zwei Gästezimmer mit eigenem Bad, in die ich nur kurz einen Blick warf und schließlich sein Schlafzimmer, das wirklich außergewöhnlich war. Schön hell war das gesamte Haus gestaltet, was man an den bodentiefen Fenstern sehen konnte, aber in seinem Schlafzimmer bestand eine Seite komplett aus einer Art Brunnenwand, bei der man das leise Rauschen des Wassers hörte. Ansonsten war sein Schlafzimmer ein kahler Raum, ohne Bilder oder anderen Schnickschnack. Man konnte deutlich sehen, dass er sich hier allein zurückzog und abschaltete.

„Komm ich möchte dir deinen Bereich näher zeigen.“, unterbrach er mich irgendwann beim Bewundern des Brunnens und zog mich leicht in einer der Gästezimmer. Dieses hatte einen Balkon zur Straßenseite, ein Himmelbett und helle Möbel. Der Traum jedes Mädchen schoss es mir durch den Kopf. Für mich allerdings etwas zu kitschig, auch wenn ich mich bei ihm ein bisschen wie ein Teenager aufführte.

Von dem Schlafzimmer kam man in das Ankleidezimmer, dass zu meiner Verwunderung bereits zur Hälfte mit Kleidung gefüllt war. Bei genauerer Betrachtung erkannte ich viele Kleider mit passenden Schuhen, Schlafklamotten und jede Menge Dessous. Jede Farbe, Muster und Schnitte waren dabei vertreten. Alleine diese Stange musste ein Vermögen gekostet haben, wenn ich die „La Perla“ Etikette sah.

„Ich dachte, die Arbeitskleidung sei dir sehr wichtig.“, schmunzelte er neben mir und erst jetzt konnte ich mich wieder auf ihn konzentrieren. Er musterte mich intensiv und ging dann mit mir zu einem Stehtisch auf denen Unterlagen ausgebreitet waren.

„Ich habe hier schon einmal den Vertrag vorbereitet. Darin ist nicht geregelt, was wir genau machen, sondern dass dir dein monatliches Honorar zusteht und du für Extraleistungen, wie mich zu Feiern zu begleiten, ein Zusatzhonorar zusteht. Das wird aber wahrscheinlich nicht nötig sein. Was ich von dir sexuell verlange, werde ich dir vorher mitteilen und dann kannst du dich entscheiden, ob du mitmachen willst oder nicht.“, erklärte er mir ruhig und schaute mich dann fragend an.

Wieso wollte er nicht mit mir ausgehen? War ich ihm peinlich? Scheiße, ich hatte keine Ahnung wozu ich bereit war. Erst einmal knutschen? Oh nein, ich führte mich auf wie ein Teenager. Ich hatte schon Lust zu sehen, wie er unter dem weißen Hemd aussah. Es saß eng an seinen Schultern, die dadurch noch breiter wirkten und es betonte seine braune Haut.

„Die Testergebnisse von uns beiden liegen auch vor. Wir sind beide gesund.“, fügte er ruhig hinzu und schaute mich mit gerunzelter Stirn an.

Was hatte er denn? Wollte er eine bestimmte Reaktion? Mist, ich hatte nicht geantwortet.

„Okay.“, antwortete ich schnell, denn das Wort hatte ich ja schon beim letzten Treffen geübt.

„Okay.“, wiederholte er zögerlich und fing wieder an über meine Faust zu streicheln.

„Für heute wünsche ich mir, dass du dich vor mir streichelst. Ich werde dich dabei nicht anfassen.“

Puh, das hatte ich ja zumindest schon die letzten Jahre geübt. Ich entspannte mich etwas, bevor es wieder in meinem Kopf anfing zu rattern. Wieso wollte er mich nicht anfassen? Gefiel ich ihm nicht? Man, was dachte ich für einen Scheiß?

„Du kannst dich frisch machen und dir ein Outfit heraussuchen, wenn du möchtest. Aber trag nicht mehr Schminke auf. Wir sehen uns dann in dem anderen Gästezimmer. Dort werde ich schon einmal alles vorbereiten.“

Er hatte schon wieder in diesem geschäftlichen Ton gesprochen, während an mir noch die Selbstzweifel nagten. Dann ging er einfach.

Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Was wollte er denn vorbereiten? Mir schwirrten schon die schlimmsten Möglichkeiten im Kopf. Aber wie ein Perverser kam er mir eigentlich nicht vor. Ob er mich wohl nicht anfasste, weil seine linke Hand nicht voll beweglich war? Es fiel schon auf, dass er alles mit der Rechten machte.

Scheiße. Doch bevor ich irgendetwas machte, musste ich sofort Poppy anrufen. Das hatte ich vor lauter Aufregung total vergessen. Sie machte sich sicherlich schon Sorgen.

Ich ging schnell runter ins Wohnzimmer und sie nahm gleich nach dem ersten Freizeichen ab.

„Was ist passiert? Muss ich ihn töten? Ich bin mit Paul schon los! Wie kannst du dich so spät melden? Hast du dich verfahren? Ich habe dir doch gesagt, dass du das Navi mitnehmen sollst? Verdammt, was denkst du dir dabei?“, schrie sie aufgebracht ins Telefon.

Okay, mit der Reaktion hatte ich dann doch nicht gerechnet.

„Entschuldige, ich hab es total verpennt. Es ist alles in Ordnung. Er hat mir das Haus gezeigt und jetzt soll ich es mir selbst machen.“, ratterte ich eilig runter.

„Wie? Da hättest du ja auch zuhause bleiben können.“, antwortete sie schnippisch und beruhigte sich merklich.

„Na er will schon zugucken.“, erklärte ich ihr und musste lachen.

„Achsooo. Hast Glück, dass Paul hier mit mir Nachtfischen gehen will, sonst würde ich dir den Arsch aufreißen, dafür, dass wir hier in der Einöde stehen.“

„Nachtfischen? Du und Natur?“, fragte ich skeptisch.

„Naja, ich hoffe Spaß im Auto ist auch mit dabei.“, trällerte sie lauter, sodass Paul es neben ihr auf jeden Fall mitbekam. Paul war einer ihrer Stammkunden, mit dem sie sich verdächtig oft in letzter Zeit getroffen hatte. So richtig hatte sie aber nichts über ihn erzählt, was wirklich eigenartig für sie war. Aber sie würde schon jedes Detail genauestens schildern, wenn ihr danach war, daher bedrängte ich sie nicht.

„Okay Süße, gib Acht auf dich und hab Spaß.“, beendete sie das Telefonat abrupt und ich konnte mir denken, dass die beiden den Wagen erst einmal nicht mehr verlassen würden.

Schnell ging ich wieder nach oben und überlegte kurz mich pseudomäßig frisch zu machen, unterließ es dann aber, weil ich wusste, dass ich mich seit Jahren nicht mehr so intensiv rasiert und auf jedes Detail geachtet hatte wie heute. Daher ging ich gleich ins Gästezimmer.

Dort sah ich sofort das weiß bezogene Bett, das von einer Lampe sanft erleuchtet wurde. Der Rest des Zimmers blieb im Dunkeln, sodass nur er mich auf dem Bett sehen würde, ich ihn jedoch nicht. Dabei wurde mir ein wenig mulmig.

„Hey, alles in Ordnung?“, sagte er besorgt und erst jetzt sah ich ihn in der Ecke, mich fest im Blick.

Er kam auf mich zu und stellte sich so nahe vor mich, dass mich nur Zentimeter von seiner Brust trennten. Ich spürte seine Körperwärme und lehnte mich etwas näher zu ihm. Dann strich er mit seiner rechten Hand meinen Rücken hoch und mich durchfuhr ein Schauer. Seine Berührungen beruhigten mich wieder einmal wie automatisch.

Wie selbstverständlich griff er mir mit der rechten Hand in den Nacken und massierte ihn gekonnt. Mit der Linken streichelte er meinen Handrücken und als ich anfing seinen Duft aufzusaugen, entspannte sich mein Körper vollends. Ich schmiegte mich instinktiv an seine harte Brust und strich über sein weißes Hemd. Als ich zu seiner linken Seite kam, verkrampfte er sich und hielt mich an den Oberarmen ein Stück von sich entfernt.

Hatte ich schon den ersten Fehler gemacht?

Er sagte nichts dazu und strich mit seinen Händen an meine Seiten entlang, bis er den Reißverschluss fand und diesen herunterzog. Das Kleid fiel nach dem Ratsch mit einer fließenden Bewegung und ich stand nur noch mit einem neu erworbenen transparenten Spitzenhöschen vor ihm. Sein Blick war dunkel und verlangend, doch leider machte er keine weiteren Anstalten mich zu berühren. Stattdessen trat er zurück zum Fußende des Bettes.

„Leg dich aufs Bett.“

Okay, die Show begann.

Ich versuchte mich nicht allzu tollpatschig auf das Bett zu legen und ihn hinter der Lampe zu erkennen, doch ich konnte ihn nicht mehr sehen. Daher schloss ich lieber die Augen und versuchte mir vorzustellen, was ein Mann wohl erregen würde, wenn er einer Frau beim Masturbieren zusah.

Ich fing unschuldig an meinen Hals zu streicheln und dann meine Brüste, wobei ich mir albern vorkam, da ich diesen, wenn ich es mir selbst machte, nie Beachtung geschenkt hatte. Wenn mein erster Freund mich dort verwöhnte, war es gerade am Anfang immer spannend gewesen, aber ich selbst fand sie nach 24 Jahren nicht mehr so fesselnd.

„Stell dir vor wie ich dich dort streichele.“, fing er plötzlich mit dunkler Stimme an und ich hielt kurz inne. Etwas Hilfe beim Kopfkino konnte wirklich nicht schaden.

„Ich würde dir erst vom Schlüsselbein herunter streichen bis zum Brustansatz. Dann mit meinen Lippen über deine Nippel fahren. Wenn du anfängst, dir mehr zu wünschen und mir deine Brüste entgegen reckst, würde ich deine vollen Brüste komplett in die Hände nehmen und hochdrücken, bis du aufstöhnst.“

Mir entfuhr tatsächlich ein leises Keuchen bei dem Gedanken, an seine großen kräftigen Hände auf meinen Brüsten.

„Dann würde ich deinen Nippel in den Mund nehmen und daran saugen … darüber lecken und währenddessen meine Hände herunter gleiten lassen zu deinem Arsch. Und während ich an deinem Nippel knabbern, würde ich deinen Arsch kräftig kneten und deine Arschbacken auseinanderziehen.“

Scheiße, das war wirklich ein erregendes Bild. Mir wurde langsam immer heißer.

Ich ließ meine Hände weiter wandern über meinen Rippenbogen und meinen Bauch zu meinen Oberschenkeln, die ich leicht spreizte.

„Dann würde ich deinen Bauch küssen und mich auf den Weg zu diesem störenden Slip machen. Um dich zu ärgern, würde ich erst einmal mit meiner Zunge den Rand deines Höschens nachzeichnen, ohne es dir auszuziehen.“

Tja, leider ist er nicht mit seiner Zunge an meiner Haut. Also tauchte ich mit meinen Händen unter die Seiten meines Slips bis zu meiner Spalte, die schon jetzt mehr als feucht war. Er lachte kurz auf und fuhr dann wieder mit rauer Stimme fort.

„Da du so ungeduldig bist, musst du den Slip zur Strafe wohl anbehalten und ich fahre mit meinen Lippen über deine Schamlippen unter den Slip. Dafür spreize ich deine Beine weit, sodass ich besser an dem nassen Stoff erkennen kann, wie bereit du für mich bist.“.

Ich spreizte meine Beine breiter und zog meine Schamlippen ein wenig auseinander, sodass er durch den transparenten Stoff erkennen konnte, wie ich auslief.

„Dann gleite ich unter deinen Slip zwischen deine nasse Spalte und verteile deine Feuchtigkeit, bis ich anfange deine Klitoris zu stimulieren.“

Er flüsterte fast und ich hörte, dass er genauso erregt war wie ich. Es war wirklich zu schade, dass ich ihn nicht sehen konnte.

Trotzdem wollte ich genau das, wovon er gerade geredet hatte und fing an meine Klitoris zu streicheln, die bereits angeschwollen war. Dabei störte jedoch der Slip, also zog ich ihn kurzerhand aus und legte mich wieder mit weit gespreizten Beinen vor ihm hin, um mich weiter zu verwöhnen.

„Du sieht zu verführerisch aus … daher würde ich jetzt anfangen deine Schamlippen zu spreizen, um deine Klitoris mit meinem Mund zu verwöhnen und schließlich meine Zunge ganz tief in dir zu versenken.“

Er sprach abgehackt und ich fragte mich, ob er sich selbst anfasste. Die Vorstellung erregte mich.

„Nachdem ich genügend von dir geschmeckt habe, ersetze ich meine Zunge durch meinen Finger, um dich langsam von innen zu streicheln. Wenn du mich anflehst, nehme ich vielleicht auch einen zweiten Finger dazu, um dich langsam zu dehnen und diesen besonderen rauen Punkt immer wieder zu massieren.“

Ich lachte über den Gedanken, darum bitten zu müssen, auf. Ich hatte noch nie im Bett um irgendetwas gebeten. Mein Ex konnte es gar nicht erwarten mich endlich zu vögeln und bei Matthew half auch kein flehen.

Da er hier keine Kontrolle hatte, glitt ich gleich mit zwei Fingern in mich hinein und keuchte auf. Dabei stimulierte ich mit meiner anderen Hand meine Klitoris weiter. Routiniert fand ich einen schnellen Rhythmus, der mich bald zum Kommen bringen würde. Meine Muskeln fingen an sich zu verkrampfen und die Hitze in mir staute sich in mir auf. Meine Hände schmerzten, weil ich mich so verkrampfte und ich ließ endlich los, als sich mein Innerstes um meine Finger zusammenzog und stöhnte die Erlösung heraus.

Danach blieb ich einfach ausgestreckt liegen, bis mein Gehirn wiedereinsetzte. Meine Schenkel waren nass, meine Finger aufgequollen von meiner Feuchtigkeit. Er konnte alles von mir sehen, während ich noch immer nichts, außer dem Schein der Lampe, sah. Er sagte kein Wort und ich nahm auch keine Bewegung seinerseits wahr.

Ob es ihm wirklich so gefallen hatte, wie ich es durch seine Stimme wahrgenommen hatte? Oder, ob er enttäuscht war, weil ich nichts Ausgefallenes gemacht hatte? War ich vielleicht zu früh gekommen?

„Du hast für den Rest des Abends frei.“, sagte er knapp und ging einfach. Wollte der mich verarschen?

-Ende Leseprobe “Strip her naked”-

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4 Kommentare

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