Ich dachte immer, jede Rezension sei etwas Tolles.

Doch irgendwann kommt sie immer:

die erste schlechte Rezension!

Und dann ist alles anders …

Zuerst sieht man, dass eine Rezension gekommen ist – Spannung!

Dann sieht man, dass sich etwas an den Sternen geändert hat – Panik!

Schließlich liest man sie – Wut!

Doch bevor man jetzt ausflippt, sollte man sich erst einmal einen Kaffee machen und ein Stück Schokolade genießen. Denn so schlimm eine schlechte Rezension auf den ersten Blick erscheint, der Weltuntergang ist noch fern.

Also Ruhe bewahren!

Bevor der Anwalt eingeschaltet wird und das Kommentarfeld vollgeschrieben ist, sollte man sich zurücklehnen und sich an alle Leser erinnern, denen das Buch gefallen hat und sei es auch nur man selbst. Dann sollte man die Rezension noch einmal entspannt durchlesen.

Denn so kann man anfangen die Rezension zu analysieren. Schließlich wollte der Leser, der sich die Mühe gemacht hat, eine Rezension zu verfassen, etwas damit sagen. Dies gilt es nicht nur zu akzeptieren und zu respektieren, sondern bei “guten” schlechten Bewertungen auch zu benutzen. Und zwar für sich selbst!

Feedback bekommt man nicht sehr oft und wenn, häufig von Leuten mit einer entsprechenden Intention. Da gibt es bspw. Freunde, die dich unterstützen wollen und deswegen sehr vorsichtig und zurückhaltend mit ihrer wahren Meinung sind. Wenn man es so betrachtet, ist es auch etwas Wunderbares, wenn man von einem fremden Menschen, der nichts mit dir persönlich zu tun hat, eine Meinung bekommt.

Und so sollte man es auch behandeln.

Bitte nicht persönlich nehmen!

Was derjenige schreibt hat nichts mit dem Verfasser zu tun! Du bist nicht weniger wert, nur weil du eine schlechte Rezension bekommen hast. Du kannst trotzdem eine wundervolle Person sein und dazu noch ein wunderbarer Autor. Denn dass, was du da liest, ist eben nur EINE Meinung von ganz vielen! Also verzage nicht und lass dir nichts einreden. Es wird immer jemanden geben, dem dein Buch nicht gefällt. Und es wird immer jemanden geben, der sehr kritisch mit deinem Text umgeht. Und leider gibt es manchmal auch Menschen, die einfach nur ihre Unzufriedenheit über ihr eigenes Leben an dir auslassen wollen. (Aber das ist nicht die Regel. Ich denke, die Meisten meinen es nicht böse.) Also lass dich nicht unterkriegen und werde stattdessen besser.

Ziehe deinen Nutzen aus der Rezension!

Lies sie dir noch einmal durch und filtere heraus, welchen Grund der Leser angegeben hat, weshalb ihm dein Buch nicht gefallen hat.

In Rezensionen finden sich häufig Sätze wie:

“Zu viele Grammatikfehler.” “Es fehlen Absätze.” “Die Protagonisten handelten unrealistisch/ unlogisch.” “Die Story wird nach einem spannenden Auftakt langweilig.”

Das sind alles Aussagen, die man gut verwerten und kritisch hinterfragen kann. Also gehe dein Buch einfach noch einmal im Kopf durch und frage dich, ob die Kritik stimmt. Bejaht man die Frage und wollte dies nicht, (bei den Ausführungen oben ist es eigentlich klar, dass man es nicht wollte) dann kann man seinen Text noch einmal überarbeiten.

Was dabei jedoch wichtig ist, ist nicht in Panik zu verfallen! Nur weil jemand bspw. deine Charaktere als nicht “tief genug” empfindet, musst du nicht dein Buch umschreiben! Du hast dir sicherlich etwas dabei gedacht, als du deine Charaktere mal mehr und mal weniger beschrieben hast! Es soll ja schließlich auch nicht jeder Charakter in den Vordergrund treten. Oder vielleicht hast du bestimmte Probleme nicht aufgelöst, weil der Leser selbst auf die Lösung kommen soll.

Also, ändere bitte auch wirklich nur, was dir nach erneutem Lesen nicht gefällt. Nicht mehr und nicht weniger.

Die “wirklich” schlechte Rezension!

Damit meine ich jetzt nicht 1 Sterne Rezensionen, sondern welche, die keinen Grund für die Bewertung angeben. Leider passiert auch so etwas und diese Rezensionen kann man in keiner Weise schönreden. Für einen Autor gibt es nichts Schlimmeres als ein: “Ich hätte ja gerne 0 Sterne gegeben, aber das geht ja leider nicht.” Damit kann nun wirklich niemand etwas anfangen. Autor nicht und Leser auch nicht! Woher soll ein potentieller Leser denn nun wissen, ob das Buch auch für ihn gut oder schlecht ist? So etwas ist wirklich unbrauchbar und ärgerlich. Denn bspw. eine 1 Stern Rezension bei Amazon zieht den Schnitt der angezeigten Sterne dermaßen stark herunter, dass es schwer wird am Anfang mit wenig anderen Rezensionen noch auf eine passable Anzahl zu kommen. (Studien sagen, ab 3,8 Sternen nimmt der Leser auf jeden Fall Abstand vom Buch und mit weniger als 4,5 Sternen fangen die Verkaufszahlen an zu sinken.)

Beispiele für gute Bewertungen findet ihr bei meinem Buch Strip her naked. Dort kann man gut erkennen, was dem Leser gefallen hat und was nicht, sodass sich potentielle Leser ein eigenes Bild vom Roman machen können. Da freut man sich auch über eine 4 Sterne Rezension!

Natürlich hatte ich auch mal eine mit der ich nichts anfangen konnte, aber diese würde ich hier niemals öffentlichen anprangern, da ich es toll finde, dass sich überhaupt jemand die Mühe gemacht hat. Auch wenn ich sie nicht verstehe und aus Spannung – Panik – Wut schließlich Scheiß-egal wurde. 😀

Anleitung für den Leser

Viele Leser geben keine Rezension ab, weil sie denken sie könnten sich nicht richtig ausdrücken oder es sei zu kompliziert. Bei Amazon müsst ihr nur auf der Seite des Produktes auf die Sterne drücken und dann auf “eigene Rezension verfassen”. Dann gebt ihr eine Sterneanzahl ab, macht eine Überschrift und schreibt mindestens 20 Wörter.

Eine kleine Hilfestellung gibt es hier:

Sterne 1 -5 auswählen
Überschrift:
  • Sehr spannend/ langweilig
  • Wundervoller einfühlsamer Roman
  • Geldverschwendung
  • Toller Schreibstil
  • Unbedingt Lesen!
  • Finger Weg!
  • Empfehlenswert!
Beschreibung: (hier kann man kurz den Inhalt wiedergeben, ich lasse dies meist, weil der Klappentext alles Wichtige aussagt und man etwas vorwegnehmen könnte.)

Ich finde, dass das Buch/ die Story/ die Geschichte/ der erste Teil der Reihe …/ der Roman …

  • Spannend ist
  • Langweilig ist
  • Kurzweilig ist
  • Langatmig ist
  • interessant ist
  • gefühlvoll ist
  • einzigartig ist
  • zu vorhersehbar ist
  • viel zu kurz ist
  • zu lang ist
  • toll geschrieben ist
  • schwer zu lesen ist
  • zu viele Grammatikfehler enthält
  • flüssig zu lesen ist
  • zu teuer ist

weil, …

  • die Protagonisten
    • außergewöhnlich sind
    • vorhersehbar handeln
    • klischeehaft handeln
    • zum Verlieben sind
    • toll zueinander passen
    • eine tolle Bindung zueinander haben
    • nicht zusammenpassen
  • der Schreibstil/ die Geschichte
    • langatmig ist
    • schwer zu lesen ist
    • leicht zu lesen ist
    • zu viele Fehler enthält
  • die Geschichte
    • unvorhersehbar ist
    • vorhersehbar ist
    • außergewöhnlich ist
    • gewöhnlich aber toll umgesetzt ist
    • spannend bleibt
    • langweilig wird
    • eine Wendung nimmt mit der ich nicht gerechnet hatte
    • toll ist, weil aus beiden Sichten geschrieben wird
  • Zudem
    • gefällt mir das Cover, weil es zur Geschichte passt
    • gefällt mir das Cover nicht, weil es nicht zur Geschichte passt
    • ist das Cover ein Eyecatcher
    • hat mich der Klappentext gefesselt
    • finde ich es toll, dass ich das Buch bei kindle unlimited lesen kann
    • finde es schade, dass das Buch so teuer ist
Ich kann das Buch daher empfehlen/ nicht empfehlen.

Beispiel insgesamt:

5 Sterne

Empfehlenswert

Ich finde, dass der Roman sehr gefühlvoll und toll geschrieben ist, weil die Protagonisten eine tolle Bindung zueinander haben und sich die Geschichte flüssig lesen lässt. Zudem gefällt mir das Cover, weil es zur Geschichte passt und ein Eyecatcher ist.

Ich kann das Buch daher empfehlen.

Es ist also ganz einfach. Nur Mut. Ich freue mich immer über eine Rezension und weiß, dass es vielen anderen Autoren ebenfalls so geht. Und wer das Ganze nicht öffentlich machen möchte – die meisten Autoren haben auf ihrer Autorenseite Email-Adressen angegeben und freuen sich auch über eine private Nachricht!

Vielen Dank für Deine Zeit!

Alles Liebe

Deine

Sophia

 

Kategorien: Blog

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